Prets fordert Reform der EU-Agrarpolitik

Warnung vor US-Farm-Bill, die europäische Märkte gefährdet

Wien (SK) "Wir müssen uns eine eigenständige EU-Agrarpolitik erhalten - aber wir brauchen auch eine grundlegende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Ich bin nicht gegen Ausgleichszahlungen, aber für eine Reform, die auf veränderten Ansprüchen, Bedürfnissen und Erfahrungen beruht", erklärte die Landwirtschaftssprecherin der SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament, die burgenländische SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. "Ich bin gespannt darauf, inwieweit die EU-Kommission bereit sein wird, bei der Midterm-Review, die am 10. Juli präsentiert wird, hier mutige Schritte zu unternehmen. Klar muss sein, dass Lösungsansätze mit allen Betroffenen zu diskutieren sind." ****

Prets wies auf die neue US-"Farm bill" hin, ein Gesetzeswerk der Bush-Administration, das die Förderung von US-Agrarprodukten bis zu 70 bzw. 80 Prozent ermöglicht. "Gerade die Amerikaner haben uns Europäern immer vorgehalten, wir agierten in der Agrarpolitik zu protektionistisch. Mit der 'Farm bill' wird der EU-Markt gefährdet -eine Auseinandersetzung mit den USA in dieser Frage ist wohl an der Zeit. Wie werden sich die Agrarpolitiker Molterer und Fischler hier verhalten?"

Es brauche eine Reform der Ausgleichszahlungen, neue Kriterien müssten her. "Wir müssen Lebensmittelsicherheit und Produktqualität sowie das ökologische Gleichgewicht und die Entwicklung des ländlichen Raums fördern - anstatt Menge und Fläche. Unsere Landwirte müssen für die ökologischen Aufgaben, die sie erfüllen, entschädigt werden." Die Midterm-Review Fischlers dürfe daher nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern müsse eine Vorausschau bezüglich der GAP nach 2006 und nach der Erweiterung sein, die die noch vor der Erweiterung zu treffenden Maßnahmen klarstellt. "Nachdem die EU-Staaten nicht bereit sind, mehr in den gemeinsamen Topf einzuzahlen, müssen die vorhandenen Mittel gezielter eingesetzt werden", schloss Prets. (Schluss) se/mp

Rückfragehinweis: Mag. Michael Eipeldauer, Tel.: +32 2 284 33 64, Mobile: +32 475 60 66 34

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK