EU-Parlament stimmte gestern für ein halbherziges Tierversuchsverbot für Kosmetika - Tierschützer enttäuscht

Wien (OTS) - Das Europäische Parlament hat in seiner gestrigen Plenarsitzung in Straßburg für ein Tierversuchsverbot bei der Entwicklung und Herstellung für Kosmetika gestimmt. Dieses wird jedoch erst Anfang 2005 in Kraft treten. Das Vermarktungsverbot für tiergetestete Kosmetika soll frühestens fünf Jahre nach Annahme dieser Richtlinie umgesetzt werden.

Gerda Matias, Präsidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner (IBT) und Initiatorin des Tierschutz-Volksbegehrens ist von diesem Ergebnis enttäuscht. Selbst wenn es gegenüber den Vorschlägen der EU-Kommission und des Rates, die etwa für die Verbote keine zeitlichen Limits festschrieben, fortschrittlicher und tierfreundlicher ist. "Die Regelung, dass in drei Jahren innerhalb der EU keine Tierversuche mehr bei der Entwicklung und Herstellung von Kosmetika durchgeführt werden dürfen, derartige Produkte aber weiterhin verkauft werden können, wird am Leid der Tiere wenig ändern. Es wird lediglich eine Verlagerung der Tierversuche in Drittländer statt finden."

Derzeit leiden und sterben innerhalb der EU jährlich bis zu hunderttausend Versuchstiere für Kosmetiktests.

Fraglich ist, ob der EU-Ministerrat dem von den Parlamentariern gestern - trotz vieler, schmerzlicher Kompromisse - verabschiedeten Gesetzesentwurf zustimmen wird.

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