Postbus: Fachverband um optimale Lösung bemüht

Molzer: "Politisch beschlossene Privatisierung ohne Einbindung privater Unternehmen kartellrechtswidrig"

Wien (PWK403) - Mit Verwunderung habe er die Äußerungen von Wilhelmine Goldmann, Vorstandsdirektorin der Österreichischen Postbus AG, zur Kenntnis genommen, stellt der Obmann des Fachverbandes der Autobusunternehmungen in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Karl Molzer, in einer ersten Reaktion auf die heutige Postbus-Aussendung fest. Selbstverständlich versuche der Fachverband, unter Einbindung aller Mitglieder, eine für Konsumenten, Postbus und Wirtschaft gleichermaßen befriedigende Lösung zu erreichen.

Die Initiative zum Verkauf der Postbus AG sei weder von ihm noch vom Fachverband, sondern von einem konkreten Kaufangebot der ÖBB und von den Eigentümervertretern der Postbus AG ausgegangen, erinnert Molzer die Postbus-Chefin an den zugrundliegenden Sachverhalt. Die geplante Privatisierung wurde darauf hin eingehend im Fachverbandsausschuss diskutiert. Dabei wurde folgender Beschluss gefasst: "Der Fachverband tritt dafür ein, dass an einer allfälligen Privatisierung der Postbus AG alle interessierten österreichischen Autobusunternehmen teilnehmen können". Der als kooptiertes Mitglied dem Fachverbandsausschuss angehörige Vertreter der Postbus AG war bei der entscheidenden Sitzung nicht anwesend, bedauert Molzer. "Wenn der Postbus-Vorstand keinen Vertreter schickt, können wir nichts dafür".

Die Einbindung privater Unternehmen, die als Bedingung für die Abgabe von 100 Prozent der Aktien der Postbus AG im Ministerratsvortrag vom 14. Mai d.J. formuliert wurde, sei volks- und betriebswirtschaftlich sinnvoll. Ohne Einbindung von privaten österreichischen Autobusunternehmen wäre die politisch beschlossene Privatisierung kartellrechtswidrig, wiederholt Molzer. Jedes andere Vorgehen würde nicht der Vorgabe des Ministerrats entsprechen und einen Monopolbetrieb im öffentlichen Personennahverkehr entstehen lassen, der die Existenz privater Unternehmungen bedroht, fasst der Fachverbandsobmann zusammen. (hp)

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