Hartinger: Systemfehler bei den Leistungsabrechnungen der Krankenkassen

Skandal um Villacher Gynäkologen hätte verhindert werden können

Wien, 2002-06-11 (fpd) Von einem groben Systemfehler bei den Leistungsabrechungen der Krankenkassen auf Kosten der Versicherten, spricht die freiheitliche Abgeordnete Mag. Beate Hartinger anläßlich der Causa des Villacher Gynäkologen, der Krebsabstriche zwar verrechnet, nicht aber an die Labors weitergeleitet habe. "Die Modalitäten zur Leistungsabrechnung, sind nicht nur in fast allen Bundesländern verschieden ausgestaltet, sondern verleiten bei manchen GKK´s geradezu zum Betrug." ****

"Im Zeitalter des Computers könnten derartige Fälle wie in Villach mit einfachen Plausibilitätsprüfungen verhindert oder zumindest frühzeitig erkannt werden", erläuterte Hartinger. "Statistikvergleiche auf Knopfdruck, zwischen den Kassenabrechnungen der Ärzte auf der einen Seite sowie der Labors auf der anderen Seite, könnten signifikante Abweichungen aufzeigen und zu genaueren manuellen Untersuchungen führen. Voraussetzung dafür wäre im Grunde nur, daß die einzelnen Kassen wissen, welche Leistungen sie bezahlen. Doch so einfach das klingt, die österreichische Realität ist eine andere", kritisierte Hartinger.

Zwei einfache Bespiele aus verschiedenen Bundesländern zeigen stellvertretend das Problem: "Während im ersten Fall bei den Ärzten eine Deckelung stattfindet, und somit für mehr Leistung nicht mehr bezahlt wird, erfolgt die Abrechnung in den Labors über ein Punkteschema. Plausibilitätsprüfungen werden dadurch jedoch erschwert, wenn nicht sogar unmöglich", erläuterte Hartinger. "Im anderen Fall wird jegliche Kontrolle unmöglich gemacht, indem die Labors als Subunternehmer der Ärzte tätig werden, und die Abrechnung nicht über die GKK erfolgt. Die Krankenkasse zahlt den Ärzten gemeinsam mit deren Honorar die Kosten für die Laboruntersuchung aus, und kümmert sich nicht weiter, ob diese Untersuchungen auch tatsächlich durchgeführt werden. Mißbrauch wird dadurch Tür du Tor geöffnet".

Die langjährige Forderung der Freiheitlichen nach einem effizienten Controlling im Gesundheitswesen, erscheine angesichts des Villacher Skandals in einem völlig anderem Licht. "Natürlich kostet Controlling auch etwas, doch wenn die Kassen beim Controlling sparen, dann ist der Leidtragende solcher "Einsparungen" immer auch der Patient", so Hartinger abschließend. (Schluß)

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