Privatisierung, Investitionen und Infrastruktur sind Schwerpunkte Spaniens

Nachhaltiges Wachstum der Wirtschaft und Beschäftigung als Hauptziel - günstige Aussichten für Österreichs Exportwirtschaft

Wien (PWK400) - "Bereits im Vorfeld und seit der Einführung der gemeinsamen Euro-Währung haben sich die wirtschaftspolitischen Verhältnisse in Spanien grundlegend geändert", analysiert Walter Resl, österreichischer Handelsdelegierter in Madrid die aktuelle Situation in Spanien. "Die Wirtschaftsstruktur wurde durch das Forcieren der Privatisierung, durch steigende Auslandsinvestitionen sowie durch den Ausbau der gesamten Infrastruktur komplett modernisiert und die Staatsfinanzen wurden ausgabenseitig in Ordnung gebracht", so Resl. "Mittelfristig wird der spanischen Wirtschaft laut OECD für 2003 und 2004 ein Wachstum von über 3% vorausgesagt. In diesem wirtschaftlichen Umfeld sind daher auch die Chancen für österreichische Unternehmen in den verschiedensten Sektoren als äußerst positiv einzuschätzen", ist Resl überzeugt.

"Der Preis für das stärkere Wirtschaftswachstum in Spanien, das vor allem im letzten Jahr vom privaten Konsum und dem Boom im Wohnungsbau getragen wurde, ist allerdings eine höhere Inflation als der EU-Durchschnitt. Die Inflationsrate war 2001 3,6 % und wird heuer 3 % erreichen. Spaniens Regierung bleibt als einziger Weg, die Märkte zu öffnen, um so einen Druck auf das Preisniveau auszuüben", beschreibt Resl die Ausgangslage, die auch von der bereits zweiten Einkommenssteuersenkung geprägt ist. Der Spitzensteuersatz wurde 1998 von 55 % auf 48 % gesenkt und wird ab 2003 noch einmal auf 45 % reduziert. Auf die Verschärfung der Zumutbarkeitsregeln beim Bezug der Arbeitslosenunterstützung und der Minderung von Abfertigungsansprüchen hat die Gewerkschaft mit der Ankündigung eines Generalstreiks am 20. Juni heftig reagiert; ein Datum, das angesichts des bevorstehenden Europäischen Rates am 21.6. in Sevilla als besonders heikel anzusehen ist.

"Mit der steuerlichen Entlastung der Einkommen um 3,6 Mrd Euro ab 2003, verbunden mit Nettozuwendungen der EU im Umfang von mehr als 6 Mrd Euro, die zu einem großen Teil in den Ausbau des Verkehrsnetzes sowie in Umweltschutzmaßnahmen und die bessere Nutzung der Wasserressourcen fließen werden, ist eine weitere Belebung der Nachfrage und der Investitionen zu erwarten", stellt Resl fest und damit ergeben sich zusätzliche Chancen für Österreich. Die Entwicklung der österreichischen Exporte im Jahr 2001 haben einen Wert von 1,92 Mrd Euro erreicht oder ein Plus von 3%. Eine Stagnation ist 2001 nur im Bereich Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge, die allerdings 63 % der Gesamtlieferungen darstellen, eingetreten, in allen anderen Warengruppen wurden kräftige Zuwächse zu verzeichnet, wie bei pharmazeutischen Erzeugnissen (+61%), Lebensmitteln (+24 %) und Getränken (+45%).

Diese Ergebnisse lassen nach Ansicht Resls zwei Schlussfolgerungen zu, nämlich dass österreichische Unternehmen den spanischen Markt systematischer bearbeiten und nicht dem "Zufall" überlassen und dass österreichische Firmen allgemein als verlässliche Partner angesehen werden, die vor allem auf spezifische Kundenwünsche eingehen. Gegenwärtig sind die Chancen im Bereich der Zulieferungen für Infrastrukturvorhaben wie Eisenbahn, Tunnelbau, Strassen, Wassernetz, Kombi-Kraftwerke, Wasser- und Abfallentsorgung sowie im Tourismus als besonders hoch einzuschätzen", fasst der Handelsdelegierte die unmittelbar aktuellen Möglichkeiten für Österreichs Exportwirtschaft zusammen. (pt)

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