"Kleine Zeitung" Kommentar:"Dritter Platz" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 10.06.2002

Graz (OTS) - Fünfundzwanzig Prozent für die FPÖ: Das nannte Jörg Haider als Wahlziel bei der Nationalratswahl im nächsten Jahr. Nimmt man das Ergebnis von 1999 als Maßstab, würde das den sicheren dritten Platz hinter der ÖVP bedeuten.

Mit dem Kanzleranspruch, den Susanne Riess-Passer gleichzeitig erhob,
verträgt sich das schlecht.

Sind die internen Umfragen für die FPÖ so schelcht? Nicht unbedingt. Aber Haider scheint die Gefahr eines Wahlausgangs zu wittern, der die Regierungsbeteiligung der FPÖ beenden könnte.

Was passiert nämlich, wenn die FPÖ zweitstärkste Partei bleibt? Das kommt darauf an, wer erster wird. Ist es die ÖVP, gibt es problemlos eine Neuauflage der jetzigen Koalition.

Ist es aber wieder die SPÖ, sind aber wieder die Aussichten für die FPÖ schlecht. Denn eine ÖVP, deren Chefs dann Pröll und Strasser heißen, wird lieber den Juniorpartner der SPÖ als den der FPÖ spielen. Und ein zweitesmal wird es die FPÖ ihren Wählern nicht erklären können, dass sie den Kanzler der schwächeren ÖVP überläßt.

So pardox das auch klingt: Die Regierungsbeteiligung der FPÖ ist am ehesten garantiert, wenn sie drittstärkste Partei wird.***

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
redaktion@kleinezeitung.at
http://www.kleinezeitung.at

Kleine Zeitung

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/PKZ