Österreichische Exporteure zeigen im fernen Osten Rot-Weiß-Rote "Flagge"

Winkler: "Gründung von eigenen Niederlassungen als Schlüssel zum Erfolg" - Exportrate liegt über der weltweiten Steigerungsrate

Wien (PWK398) - "Österreichische Exporteure zeigten vergangenes Jahr Rot-Weiß-Rote "Flagge" im fernen Osten und erhöhten Österreichs Marktanteile in dieser Region erheblich. Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg ist eindeutig die vermehrte Gründung von eigenen Niederlassungen und die damit verbundene direkte Präsenz vor Ort", ist Generalsekretärstellvertreter und Leiter der AWO, Egon Winkler überzeugt. "Unsere Exporte nach Japan, China, Hongkong, Südkorea, Taiwan, Australien und Neuseeland konnten 2001 um 7,4 % auf 3 Mrd Euro zulegen. Die Exportsteigerung in diese Region lag damit über der Exportsteigerung weltweit von 6,8 % und ist ein deutliches Zeichen für die Wiedererstarkung Asiens", so Winkler anlässlich der Außenhandelstagung "Fernost".

Die Importe sind 2001 um 4,1 % gestiegen und erreichten einen Wert von 4,7 Mrd Euro. Damit konnte das traditionell vorhandene Handelsbilanzdefizit im fernen Osten auf 1,7 Mrd Euro reduziert werden. Winkler: "Die Strategie der österreichischen Exporteure, ihre Präsenz vor Ort zu erhöhen, ist eindeutig der einzige Weg, um in dieser Region erfolgreich zu sein". Japan ist dafür ein gutes Beispiel, wo trotz schwacher Konjunktur die österreichischen Exporte keinen Einbruch erlitten und mit einem leichten Minus von 0,6 % das Rekordvolumen von 2000 fast halten konnten. Immerhin gibt es bereits 57 eigene österreichische Vertriebsniederlassungen in Japan. "Die Restrukturierung der japanischen Industrie und die preisliche Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Firmen machten trotz Yen-Abwertung Marktanteilsgewinne für Österreich möglich", stellt Winkler fest. Besonders erfreulich sei in Japan die deutliche Strukturverbesserung der österreichischen Lieferungen in Richtung High-Tech-Produkte, deren Anteil in der Periode 1998 bis 2001 von 32% auf 43% Anteil an den Gesamtexporten gestiegen ist. Mit der Exportförderaktion "Japan Jetzt" wurde seit 1997 für über 150 österreichische Firmen der Markteinstieg in Japan erleichtert. 2002 sollen die Bereiche mit hohem Wachstumspotential, "der Markt für Senioren" und die Biotechnologie weiteren Neueinsteigern Tür und Tor in Japan öffnen.

"Besondere Beachtung seitens der österreichischen Wirtschaft findet derzeit die VR China", so Winkler, was sich in Rekordsteigerungsraten von beachtlichen 72% niederschlägt. Bereits das Jahr 2000 galt als Rekordjahr, das aber 2001 mit österreichischen Lieferungen in Höhe von 844 Mio Euro neuerlich übertroffen wurde. Die Importe aus China beliefen sich zwar auf 1,37 Mrd Euro, aber das Handelsbilanzdefizit ist erstmals seit 1989 nicht gestiegen, sondern mit 525 Mio Euro beträchtlich zurückgegangen. "Säulen der österreichischen Ausfuhren nach China sind mit rund 70% Maschinen, Industrieanlagen und Fahrzeuge. Was für Japan gilt, gilt auch für China", so Winkler, wo österreichische Firmen 2001 58 Mio USD oder um 262,6 % mehr als 2000 investierten. "Die abgeschlossenen Verträge erreichten sogar eine Investitionssumme von 330,5 Mio USD, wobei diese gewaltige Steigerung auf den Besuch der hochrangigen Wirtschaftsdelegation unter Leitung von WKÖ-Präsident Christoph Leitl beim Besuch von Bundespräsident Thomas Klestil im Mai 2001 zurückzuführen ist", ist Winkler überzeugt.

Nach dem Boomjahr 2000, in dem die österreichischen Lieferungen ein Plus von 39,6 % verzeichneten, erreichten die Exporte 2001 trotz einer stark rückläufigen Entwicklung der koreanischen Gesamtimporte immerhin ein weiteres Plus von 14% bei einem Exportvolumen von 306,5 Mio Euro. "Zurückzuführen ist diese positive Entwicklung auf die in den vergangenen Jahren sukzessive verbreiterte und diversifizierte Produktpalette und dass österreichische Lieferanten bei dem in den letzten Jahren forcierten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in erheblichem Ausmaß zum Zug gekommen sind", beschreibt Winkler die Situation in Korea. Österreichs Importe stiegen um 4,6% auf 379 Mio Euro.

"Trotz des wahrhaft schwierigen Rezessionsjahres 2001 in Taiwan war Österreich auch in diesem Land erfolgreich und konnte Marktanteile gewinnen. Taiwan ist Österreichs wichtigster Export-Pro-Kopf-Markt in Asien", so Winkler. "Die Schwerpunktsetzung der AWO auf Umwelttechnik beginnt erste Früchte zu tragen, die zu Lieferungen im Zeitraum 2003/04 führen werden, sodass der mittelfristige Ausblick für den austro-taiwanesischen Außenhandel gut ist", betont der AWO-Chef. Dazu kommen zwei Großaufträge für rollendes Material für die U-Bahnen in Taipei und Kaohsiung sowie optimistische Chancen für Zuliefermöglichkeiten für das High-Speed-Rail-Projekt Taipei-Kaohsiung. 2001 beliefen sich die österreichischen Lieferungen auf gleichbleibend 234 Mio Euro, die Importe erhöhten sich um 6% auf 680 Mio Euro.

Etwas geringer als in die anderen Fernoststaaten entwickelte sich Österreichs Ausfuhren nach Australien, wobei der Hauptgrund dafür in deutlich reduzierten Lieferungen von PKWs, der größten österreichischen Exportposition, liegt. "Ohne PKWs hätten wir auch in Australien ein Plus von 8,5%erzielt", so Winkler. Mit den Personenkraftwagen gingen die österreichischen Lieferungen nach dem Rekord von 2000 um 10,5% auf 303,7 Mio Euro zurück, während die australischen Lieferungen nach Österreich mit 40,4 Mio Euro ein Viertel über dem Vorjahr lagen. Immerhin hat Österreich mit Australien das größte Handelsbilanzaktivum auf einem Überseemarkt. "Positiv auf die traditionell starken Maschinenexporte Österreichs werden sich die Investitionen der australischen Betriebe in den Bereichen Bergbau und erzeugende Industrien auswirken. 2002 rechnet man mit einem Investitionsplus von 12% und entsprechend steigenden Importen von Anlagengütern. Da 2002 die Exporte von PKWs schon wieder zunehmen und Lieferungen von Rollendem Material für Vorortezüge in Melbourne beginnen, wird Österreich wieder deutlich steigende Exportzahlen in Richtung Australien aufweisen", so Winkler abschließend. (pt)

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