erSCHAUTE KLÄNGE Audiovisionen von Anestis Logothetis

Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums im Theseustempel 15. Juni bis 7. Juli 2002 - 1010 Wien, Volksgarten

Wien (OTS) - Pressegespräch: Fr, 14. Juni 2002 um 18 Uhr

Dem 1921 in Burgas (Bulgarien) geborenen Komponisten Anestis Logothetis ist ab dem 15. Juni bis 7. Juli 2002 eine Ausstellung im Theseustempel gewidmet. Gezeigt werden Projektionen von Diapositiven seiner grafischen Partituren und ein Videofilm über sein visuell-akustisches Werk.

Man sieht eine repräsentative Auswahl aus seinem vier Jahrzehnte umfassenden Schaffen, das die Dimensionen klassischer Kunst sprengt und dessen Ort zwischen Multimedia, Hörspiel, konkreter Poesie und musikalischer Avantgarde zu suchen ist.

Symptomatisch für diese imaginäre Ortsuche ist die geistige Nicht-Sesshaftigkeit von Anestis Logothetis. Wohl stand er der Wiener Gruppe nahe (Gerhard Rühm, Konrad Bayer, ...), aber er wird ihnen im Allgemeinen nicht zugeordnet. Wohl hatte er engen Kontakt zu den Wiener Aktionisten (Hermann Nitsch, Günter Brus, Otto Mühl), aber sein Name fällt in diesem Zusammenhang nur selten. Wohl wurden die Werke bei bedeutenden Musikfestivals Neuer Musik aufgeführt (Darmstadt, Donaueschingen, Biennale Zagreb, ...), aber er bewegte sich nie in deren Mainstream. Wohl wurden seine Hörspiele von bedeutenden Rundfunkanstalten produziert (WDR Köln, NDR Hamburg, ORF Wien, ...), aber seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Ars Akustika hat bis heute nicht die gebührende Anerkennung gefunden. Auch wurden seine grafisch notierten Partituren in bedeutenden Museen und Galerien gezeigt (Städt. Museum Winterthur, Secession Wien, Galerie St. Stephan, ...), aber sein Oeuvre blieb kunstwissenschaftlich bisher unerforscht.

Die Ausstellung gilt einem außergewöhnlichen, international angesehenen Künstler, dessen Schaffen ohne das geistige Klima Wiens undenkbar gewesen wäre, ohne die Produktionsbedingungen dieser Stadt, in der er 1994 verstorben ist.

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