Pirklhuber zu Nitrofen: Agroindustrie ist Unsicherheitsfaktor der Lebensmittelsicherheit

Ökologische Agrarwende notwendiger denn je!

OTS (Wien) - "Der Nitrofen-Skandal beweist, dass die Sicherheit unserer Lebensmittel vor allem durch die Sorglosigkeit von agroindustriellen Verarbeitern und Händlern bedroht ist", kritisiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Die frühere Nutzung der Malchiner Halle als Pestizidlager stehe laut jüngsten Aussagen der Vermieter sowohl im Grundbuch, im Treuhandvertrag und in den diversen Mietverträgen.

Wie in keinem anderen Bereich werde im Biobereich kontrolliert und ständig nachgewiesen, dass die hohen Standards auch eingehalten werden. Richtigerweise wurde daher auch das Biogetreide in einer gesonderten Halle gelagert, so Pirklhuber. "Dass die entsprechenden Firmen dabei aber alle Grundprinzipien einer ordnungsgemäßen Qualitätssicherung ignoriert haben, kann nicht jenen Bauern angelastet werden, die jetzt auch den Mega-Schaden zu tragen haben", betont Pirklhuber und fordert eine Entschädigung der Biobauern, wobei der Schaden von den Verursachern zu tragen ist. "Es liegt hier kein Verschulden der deutschen Biobauern vor, sondern es handelt sich um einen klassischen Fall von Verschleppung, Ignoranz und Sorglosigkeit des Agrarhandels, stellt Pirklhuber klar.

"Im Interesse der Biolandwirtschaft und Bio-Lebensmittelbranche ist eine restlose Aufklärung der Ursachen und Gefahren notwendig, um einen Imageschaden für die Biobäuerinnen und Biobauern zu verhindern", so der Landwirtschaftssprecher der Grünen an die Adresse der deutschen Verbraucherschutzministerin Renate Künast. "Ich habe Vertrauen in die bisher gesetzten Maßnahmen der deutschen Behörden und sehe die von Ministerin Künast eingeleitete Agrarwende als notwendiger denn je!"

Der gesamte Lebensmittelbereich erfordere eine EU-weite, zentrale Meldepflicht, Erfassung und Veröffentlichung von Verstößen, gesperrten Warenpartien und die Bekanntgabe der laufenden Untersuchungsergebnisse auf einer Homepage der Europäischen Lebensmittelbehörde, so Pirklhuber. "Informationspflicht ist hier über Datenschutz zu stellen, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Risiken zu minimieren."

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