WIEVIEL DARF EIN LEBEN KOSTEN?

Wer einmal in den Malus kommt braucht 11 Jahre, um sich davon zu erholen. Mehrphasenfahrausbildung hilft Kosten sparen - für junge Menschen und Volkswirtschaft

Wien (OTS) - Junge Lenker zwischen 18 und 20 Jahren sind die meist gefährdete Gruppe im Straßenverkehr. Jeder dritte Fahranfänger ist innerhalb eines Jahres in einen Verkehrsunfall verwickelt. Abgesehen von dem Leid, dass jeder Unfall mit sich bringt - vor allem wenn Verletzte oder gar Getötete zu bedauern sind - kostet ein Verkehrsunfall auch viel Geld! Dr. Gregor Bartl, Verkehrspsychologe des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) rechnet vor: "Wer auch nur einen Verkehrsunfall mit Sachschaden verhindern kann erspart sich selbst rund 3.500 Euro. Denn, einmal in den Malus gekommen dauert es 11 Jahre bis man endlich wieder jene Bonus-Stufe bei der Versicherung erreicht hat, die man ohne Unfall gehabt hätte. Vor allem für junge Menschen ist das sehr viel Geld. Eine modernere Führerscheinausbildung, sprich Mehrphasenfahrausbildung, ist somit für jeden Jugendlichen die beste Investition in die Zukunft."

Günstige Mehrphasenausbildung durch Wettbewerb

Jeder zweite tödliche Unfall der 18 bis 20-jährigen Fahranfänger ist ein Alleinunfall. "Viele dieser Unfälle könnten verhindert werden, viele junge Menschen könnten noch leben. Die zahlreichen jungen Toten im Straßenverkehr sind keine abstrakten Zahlen, sondern Menschen mit Einzelschicksalen. Wir dürfen nicht abstumpfen - jedes Menschenleben, dass durch die Mehrphasenausbildung gerettet werden kann, lässt jede Diskussion ob Pro oder Contra überflüssig werden", warnt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann. Das KfV, jahrelanger Vorreiter in Sachen Mehrphasenausbildung - sie besteht aus einem zusätzlichen Fahrsicherheitstraining, zwei Feedbackfahrten im Straßenverkehr und einer verkehrspsychologischen Weiterbildung - erinnert auch daran, dass sich Fahrschüler ihre Fahrschule ab Oktober österreichweit aussuchen können. Dadurch entsteht ein Wettbewerb, der sich preissenkend auf den Führerschein auswirken wird.

Statt Mechaniker Verkehrsexperten ausbilden!

Die Mehrphasenausbildung gestaltet sich kostenneutral. Zukünftige Führerscheinanwärter ersparen sich einen theoretischen Teil. Sie müssen in Zukunft zum Beispiel nicht mehr alle technischen Details auswendig lernen. "Das Wissen über die Kraftübertragung des Motors kann kein einziges Menschenleben im Straßenverkehr retten. Es hilft nichts, wenn technisch bestens ausgebildete Fahrer auf der Straße sind, die wenig Ahnung von Verkehrssicherheit haben", bringt Verkehrspsychologe Bartl die Notwendigkeit einer Führerscheinausbildung in mehreren Phasen auf den Punkt.

Die Mehrphasenfahrausbildung ist ein volkswirtschaftliches Muss

Die Mehrphasenausbildung hilft der Volkswirtschaft gehörig sparen. Bei 20 Prozent weniger Verkehrsunfällen werden Jahr für Jahr 27 Millionen Euro eingespart.

13 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 8 am Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 10 Pkw-Insassen (davon 8 Lenker), 1 Moped-Lenker und 2 Radfahrer ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (6), Unachtsamkeit (2), Vorrangverletzung (1) und Übermüdung (1) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 2 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 5 der 12 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. 2 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. Alkoholisierung war bei drei Verkehrsunfällen Mitursache. Vom 1. Jänner bis zum 9. Juni dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 333 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende April), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 360 Menschen tödlich.

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