ÖAMTC: Einführung des Mehrphasen-Führerscheins ist unumgänglich

17.620 verunglückte Jugendliche im Vorjahr dürfen nicht negiert werden

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Der Tod von jungen Menschen im Straßenverkehr ist ein gesellschaftliches Problem, das dringend einer Lösung bedarf. Immerhin ist der Verkehrsunfall in der Altergruppe bis 24 Jahre Todesursache Nummer eins. Die eklatant hohen Unfallzahlen bei jugendlichen Verkehrsteilnehmern (im Vorjahr verunglückten 17.620) verpflichtet zum Handeln. Die Einführung des Mehrphasen-Führerscheins ist daher unumgänglich, will Österreich ernsthaft die rote Laterne in Sachen Verkehrsunfall-Statistik innerhalb Europas abgeben", sagt ÖAMTC-Generalsekretär Hans Peter Halouska.

Die Debatte rund um die Einführung des Mehrphasen-Führerscheins darf nicht an Kostenüberlegungen scheitern. Durch die gleichzeitige Reduktion der vorgeschriebenen Theoriestunden und der vorgeschriebenen Fahrstunden in der Phase eins vor der Führerschein-Prüfung bleiben unter dem Strich rein rechnerisch Mehrkosten von maximal 60 Euro. Der ÖAMTC geht aber davon aus, dass in der Praxis auch diese maximal 60 Euro durch den künftig verstärkten Wettbewerb unter den Fahrschulen wettgemacht werden.

Die neue zusätzliche Mehrphasen-Ausbildung setzt nach der Führerschein-Prüfung ein, die schon zum Fahren berechtigt. Drei Monate nach der Prüfung ist eine erste sogenannte Feedback-Fahrt vorgesehen. Bei dieser Fahrt werden von einem speziell ausgebildeten Fahrlehrer eventuelle Fahr- und Verhaltensfehler geortet und mit dem Führerschein-Neuling besprochen. Drei Monate nach dieser ersten Feedback-Fahrt ist ein für einen Tag anberaumtes, spezielles Fahrsicherheitstraining vorgesehen. Dieses soll kritische Situationen im Straßenverkehr vor Augen führen. Ziel ist es, dass der Führerschein-Neuling zu einer risikovermeidenden und vorausschauenden Fahrweise gelangt. Mit der Absolvierung einer zweiten Feedback-Fahrt neun Monate nach der Führerschein-Prüfung ist die Mehrphasen-Fahrausbildung ohne weitere Prüfung und Formalitäten abgeschlossen.

Der Initiativantrag für die Einführung des Mehrphasen-Führerscheins in Österreich muss spätestens am 12. Juni eingebracht werden, damit die Maßnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit ab 1.1.2003 umgesetzt werden können. In der EU-Kommission wartet man auf die Einführung des Mehrphasen-Führerscheins in Österreich, weil dieser als zukunftsweisendes Modell für viele andere europäische Staaten gewertet wird.

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ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger

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