Hoffnungsschimmer für Flüchtlingsversorgung

Caritas drängt auf rasche Realisierung

Wien (10. Juni 2002 OTS) Die Caritas begrüßt das längst fällige Konzept einer menschenwürdigeren Gestaltung der Bundesbetreuung, "denn der Reformbedarf in diesem Bereich ist enorm", betont Präsident Franz Küberl. Minister Strasser liegt mit seinen ambitionierten Vorschlägen dabei im Mainstream Europas, denn im April wurde die EU-Richtlinie zu den Mindeststandards zur Aufnahme und Betreuung von AsylwerberInnen beschlossen und soll in 18 Monaten in den Mitgliedsstaaten umgesetzt sein. Schade sei, meint Küberl, dass die Verhandlungen bezüglich der Finanzierung zwischen Bund und Ländern stocken. "Es wäre sinnvoll, dass in der Flüchtlingsbetreuung alle in einem Boot sitzen und in die selbe Richtung rudern. Denn es geht um Menschen, die Hilfe notwendig brauchen."

Derzeit ist etwa ein Drittel der AsylwerberInnen in
Bundesbetreuung untergebracht, ein Teil davon in Pensionen. "In diesen Fällen kann man wohl nur von 'Bundesverwahrung', aber nicht von Bundesbetreuung sprechen", erklärt Küberl und hofft, "dass im neuen Konzept den Menschen mit einer adäquateren Betreuung geholfen wird." Was auf keinen Fall passieren dürfe, sei eine Unterschreitung der EU-Standards, das hieße, mehr Flüchtlinge in Bundesbetreuung aufzunehmen, aber eine geringere Unterstützung zu gewähren, gibt Küberl zu bedenken. Jetzt geht es darum, das Konzept zügig umzusetzen, denn die Flüchtlingshäuser der Hilfsorganisationen sind übervoll und müssen täglich hilfesuchende Menschen abweisen. Das kann immer wieder zu menschlichen Katastrophen führen. Zum Beispiel:
Wer kein Quartier hat, hat auch keine Chance auf ein faires Asylverfahren, denn ohne Melde- und Zustelladresse ist kein Verfahren möglich.

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