MOLTERER: WOCHE DES WALDES 2002 MIT DEM MOTTO "FASZINATION HOLZ"

Der Wald kommt in die Stadt - eine Woche Erlebnispark in Zentrum Wiens

Wien (OTS) In Österreich hat der Wald eine wichtige Bedeutung. Er bietet insbesondere in Berggebieten Schutz vor Lawinen und Muren und er ist wichtige ökonomische Basis für die Holzwirtschaft, aber auch den Tourismus. Holz ist ein faszinierender Werkstoff mit steigender Bedeutung insbesondere im Baubereich und bei der Produktion von Wärme und Strom aus Holz ist Österreich EU-weit Spitzenreiter. Der verantwortungsvollen Nutzung des natürlichen Rohstoffes und Energieträgers Holz gehört die Zukunft. Es ist daher naheliegend, die Woche des Waldes 2002 unter das Motto "Faszination Holz" zu stellen, erklärte Lebensminister Mag. Wilhelm Molterer bei der Auftaktpressekonferenz zum Woche des Waldes 2002 in Wien.

Ziel des heurigen Schwerpunktes ist es, diese Faszination auch in der Stadt erlebbar zu machen. Der Erlebnispark im Stadtzentrum von Wien soll möglichst vielen Menschen den Wald in seinen unterschiedlichen Dimensionen nahe zu bringen. Es geht um die Vermittlung von Wissenswertem über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von Holz; um das Aufzeigen erstaunlicher innovativer Anwendungen und um den Abbau von Vorurteilen. Vorrangig ist auch die Schaffung von mehr Akzeptanz und Interesse für den verstärkten Einsatz von Holz als Bau- bzw. Werkstoff und als attraktiver Energieträger. Insgesamt soll die Waldwoche dazu beitragen, den Wald wieder einmal in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen, führte Molterer weiter aus.

Wir haben den nachwachsenden Rohstoff Holz in reichlichem Maß, jede Sekunde wächst in unseren Wäldern knapp ein Kubikmeter Holz nach. Das sind täglich 74.000 Kubikmeter und jährlich etwa 27 Millionen Zuwachs - aber nur rund 19 Millionen Kubikmeter davon werden genutzt. Wir können den Wald nachhaltig bewirtschaften und gleichzeitig noch verstärkt auf den nachhaltigen Rohstoff Holz setzen.

Die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung ist einer der Hauptschwerpunkte der Informationsaktivitäten von "Faszination Holz". Nachhaltige Waldwirtschaft ist zweifellos die Basis für die Sicherstellung der umfassenden Waldfunktionen. Mit dem neuen Forstgesetz, das am 1. Juni 2002 in Kraft getreten ist, wird dieses Prinzip der Nachhaltigkeit noch mehr als bisher verankert. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere die Schutzfunktion der Wälder gestärkt als auch der Wald als Lebensraum explizit angesprochen.

Garant für die Erhaltung intakter Wälder sind jene Menschen, die unmittelbar von der Naturressource leben. Österreich ist ein Land, in dem der Wald überwiegend in Händen der Waldbauern liegt, rund 80 Prozent des Waldes ist in Privatbesitz. Mehr als 170.000 Waldbesitzer beziehen ihr Einkommen ganz oder teilweise aus der Nutzung des Waldes. Ein wesentlicher Faktor bei der Forstgesetznovelle war daher auch die Stärkung der Eigenverantwortung der Waldeigentümer.

Die Schutzwirkung des Waldes nimmt speziell im Gebirgsland Österreich eine wichtige Funktion ein. Sie näher zu betrachten bietet sich vor allem heuer im "Internationalen Jahr der Berge" an. Österreichs Berge sind attraktive Erholungsgebiete, einzigartige Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen und dabei auch sensible Ökosysteme. Schutzwälder stellen das Fundament für die Sicherheit der Bevölkerung in den Alpen dar. Gegenwärtig sind 21 Prozent der österreichischen Waldfläche (800.000 Hektar) als Schutzwald ausgewiesen. Würde dieser Schutzwald fehlen, so müssten jährlich zusätzlich rund 349 Millionen Euro für technische Maßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren aufgewendet werden.

Die Voraussetzung für funktionstüchtige Schutzwälder in den Berggebieten ist ein stabiler Dauerbewuchs. Dies erfordert rechtzeitige Verjüngung und intensive Pflege und verursacht dem Waldeigentümer hohe Kosten, die aus den Erträgen der Schutzwaldbewirtschaftung nur dürftig abgedeckt werden können. Um diese Last zu erleichtern wurde im Jänner die "österreichische Schutzwaldstrategie" präsentiert. In Schutzwaldplattformen werden die nötigen Maßnahmen für den Schutzwald abgestimmt. Besondere Bedeutung hat die schutzwaldgerechte, situationsangepasste Wildbewirtschaftung sowie die nötige Ordnung von Wald und Weide.

Energie aus dem Wald ist die Wärmequelle von morgen. Immer mehr Gemeinden setzen auf das Energiepotential der Biomasse, also auf die Reste aus der Walddurchforstung sowie Abfälle aus der Papier- und Sägeindustrie. In den vergangenen Jahren wurden bereits ca. 500 kleinere und größere Biomasse-Fernwärmewerke errichtet. Österreichweit gibt es bereits mehr als 7.600 Hackschnitzel- und Pelletsheizungen. Erfreulich ist die deutliche Zunahme im vergangenen Jahr. Vor allem bei den anwenderfreundlichen Pelletsheizungen wurde im Bereich der Kleinanlagen ein Zuwachs von 40% registriert. Damit ist Österreich international Spitzenreiter bei der Nutzung der Biomasse.

Mit der steigenden Nutzung von Biomasse wird nicht nur ein Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Waldes geleistet, sondern auch zur Klimastrategie Österreichs. Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur soviel CO2 freigesetzt wie die Bäume während ihres Wachstums aus der Luft entzogen haben - im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Eröl, Erdgas oder Kohle.

Der österreichische Wald ist insgesamt ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Auf einem Hektar Wald sind alleine im Holz 242 Tonnen Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff gebunden; im europäischen Durchschnitt sind es nur 90 Tonnen. Oberirdisch sind rund 97% aller Kohlenstoffsenken in Österreich Wald, auch die Waldböden speichern überdurchschnittlich viel Kohlenstoff - rund 58% der unterirdischen nichtfossilen Senken, sagte Molterer.

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, aber viele relevante Fragen sind noch offen. Eine Reihe von Projekten insbesondere auch des Bundesamts und Forschungszentrums für Wald (vormals Forstliche Bundesversuchsanstalt) widmen sich der Rolle des Waldes bei der Regulierung des Klimas. Hier geht es vor allem darum, Nachweise zu erbringen, welche Rolle die Wälder zur Erfüllung der Kyoto-Ziele tatsächlich spielen. Andererseits müssen auch die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf den Wald bedingt durch die lange Lebensspanne von Waldbäumen wissenschaftlich untersucht werden.

Mit dem neuen Forstgesetz ein wichtiger Schritt gesetzt worden, dass der österreichische Weg der Forst- und Holzwirtschaft erfolgreich ist. Die Holz- und Forstwirtschaft ist neben dem Tourismus der größte Devisenbringer des Landes. Holz stellt für viele Branchen eine wichtige Rohstoffbasis dar und sichert etwa 250.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Gleichzeitig ist die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und die international vorbildliche Nutzung der Biomasse ein wesentlicher Beitrag, dass Österreich beim Umweltschutz international eine hervorragende Position einnimmt. Die Wissenschaft belegt die Naturnähe des Großteils der heimischen Wälder. Der Anteil von Misch-und Laubwäldern stieg in den letzten Jahren um 70.000 Hektar. Im "Umwelt- Nachhaltigkeitsindex" (ESI), einer internationalen Umweltstudie, liegt Österreich auf dem siebenten Rang von insgesamt 142 untersuchten Ländern, betonte Molterer abschließend.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Umwelt u. Wasserwirtschaft
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703BM für Land- und Forstwirtschaft,

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA/MLA