Die Blutspende - kleiner Stich mit großer Wirkung

Wien (OTS) - Wer fände es gerecht, wenn er zu einer Minderheit von sechs Prozent gehören würde, die den Rest der Bevölkerung mitversorgen müsste? Im Falle der Blutspenden in Österreich ist es so: Zwar geht jeder davon aus, nach einem Unfall oder bei einer Operation ausreichend mit Blutkonserven versorgt zu werden. Doch nur sechs Prozent der Österreicherinnen und Österreicher spenden freiwillig und unbezahlt Blut, ein Drittel davon regelmäßig.

"Rund 500.000 Blutspenden werden jährlich benötigt. Der Blutspendedienst des Österreichischen Roten Kreuzes deckt etwa 95 Prozent dieses Bedarfs. Doch vor allem bei der jüngeren Bevölkerung im Alter von 18 bis 30 Jahren wird die Bereitschaft zu spenden immer geringer", sagt Univ. Prof. Dr. Renate Heinz vom Österreichischen Roten Kreuz.

Angst ist nach einer österreichweiten Studie des Roten Kreuzes nur ein Grund, nicht zur Blutspende zu gehen. Oft sind einfach auch Ausreden zu hören, etwa, dass der Weg zu mühsam sei. Heinz: "Bei 5.000 Blutspendeaktion pro Jahr ist es gewährleistet, dass die meisten Menschen keinen mühsamen Weg auf sich nehmen müssen."

Wie wichtig es ist, über eine große Blutspenderfamilie zu verfügen, werden auch heuer wieder die Sommerferien zeigen. Zahlreiche Verkehrsunfälle werden die Vorräte in den Blutdepots rasant schwinden lassen. Viele Blutspender werden selbst auf Urlaub sein, Aufrufe über die Medien folgen. Heinz: "Notfälle, in denen Freunde, Familienangehörige oder man selbst auf Blutkonserven angewiesen war, sind für viele Motivation, Blut zu spenden. Doch es sollte nicht nur eine spontane Reaktion sein."

Der Spender profitiert nicht nur ideell durch die Gewissheit, für die Gesundheit anderer Menschen auf einfache Art beigetragen zu haben, sondern er hat auch ganz konkreten persönlichen Nutzen. Heinz: "Ein Spender kann sehr schnell selbst zum Empfänger werden. Doch das ist nicht das einzige. Bei einer Blutspende wird mit einem kleinen Stich etwas weniger als ein halber Liter Blut aus der Armvene entnommen. Dafür werden kostenlos unter anderem Blutgruppe, Rhesus-Faktor, Hämoglobinwert und Leberfunktionswert bestimmt; auch, ob der Spender vielleicht eine unentdeckte Leberentzündung durchgemacht hat."

Grundsätzlich ist jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 65 Jahren als Blutspender geeignet. Heinz: "Blut ist ein wichtiges Medikament für den Notfall, für das es bis heute keinen adäquaten Ersatz gibt. Wenn auch Sie zum Lebensretter werden wollen, informieren Sie sich über Blutspendemöglichkeiten bei allen Rotkreuz-Dienststellen, den Blutspendezentralen oder im Internet unter http://www.roteskreuz.at sowie http://www.blut.at und ab 15. Juni unter der kostenfreien Servicenummer 0800/190 190."

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