"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Der Pate der Verhaiderung

Ausgabe vom 7. Juni 2002 Klagenfurt (OTS) - Pate der Verhaiderung - Die politische Analyse Alfred Gusenbauers von Mittwoch, wonach der Haidersche Rechtspopulismus der "Tempomacher des europäischen Rechtspopulismus" sei, hat dem SPÖ-Chef umgehend heftigste Schelte der Freiheitlichen und der ÖVP eingebracht. Gusenbauer "vernadere" und "schade" Österreich, weil er durch seine Aussage die Bundesregierung in die Nähe rechtsextremer Bewegungen rücke. Wie schrecklich. Nur, unsere Regierung, die offiziell den Rechtspopulismus wie der Teufel das Weihwasser scheut, hat ihre Empörung ohne Rückfrage bei Haider ausgelebt. Denn hätte sie bei Haider rückgefragt, dann wüßte sie, dass Gusenbauer Recht hat. Der Unterschied ist lediglich, das die Regierung - zu feig ist, das zuzugeben, worauf Jörg Haider stolz ist. So wie Gusenbauer analysierte, bestätigte Haider gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass er sich und seine Freiheitliche Partei als Urheber des erstarkten Rechtspopulismus in Europa versteht. "Wir haben den Startschuss gegeben ..." wird Haider in Hinblick auf den Aufschwung der rechtspopulistischen Politiker in Italien, Frankreich, den Niederlanden und in Dänemark zitiert. Und trotzdem tut Bundeskanzler Schüssel heute noch so, als wüsste er niht, wen er in Europa regierungsfähig gemacht hat. Damit war nach gescheiterten Sanktionen der Damm gebrochen. Dass sich Schüsel mit sein er Regierung immer noch in der "Mitte" wähnt, ist die große Lebenslüge. Schüssel ist der Pate der Verhaiderung Europas.

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