Brauner: Gewaltprävention ist gesamt-gesellschaftliches Anliegen

Efeu-Tagung als ExpertInnenaustausch über geschlechtsspezifische Aspekte der Präventionsarbeit

Wien, (OTS), Bei der heutigen Eröffnung der 2-tägigen Efeu-Tagung zum Thema "Schule, Gewaltprävention, Geschlecht" am Institut für Freizeitpädagogik wies Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner auf den großen Stellenwert der Gewaltprävention für die gesamte Gesellschaft hin. Die jüngsten tragischen Ausbrüche von Gewalt in Erfurt und Graz gegen andere, aber auch gegen sich selbst gerichtet, hätten die Öffentlichkeit bereits für das Thema sensibilisiert, so Brauner: "In der Diskussion über diese zwischenmenschlichen Katastrophen wird zwar nach allen möglichen Erklärungen gesucht. Dass Gewalt ein Geschlecht hat und dieses meistens männlich ist, wurde jedoch bisher nicht ausreichend thematisiert." ****

Brauner bedankte sich bei den TeilnehmerInnen der Tagung für die wertvolle Arbeit, die ihr Alltag in den Schulen sei. Trotzdem dürften nicht alle gesellschaftlichen Anliegen auf die Schulen abgewälzt werden. Durch die menschlichen Tragödien von Erfurt und Graz sei eine Betroffenheit in der Öffentlichkeit ausgelöst worden, die nun dazu genutzt werden müsse, einmal genauer hinzuschauen. Beide Fälle seien zwar in den Medien ausführlich diskutiert und analysiert worden, das geschlechtspezifische Erscheinungsbild von Gewalt sei jedoch nicht thematisiert worden. "Mädchen gehen in den allerseltensten Fälle gewalttätig gegen andere Menschen vor und wir wissen, dass Amokläufe in großer Mehrheit von männlichen Tätern verübt werden", stellte Brauner fest.

Im konstruktiven und partnerschaftlichen Zusammenspiel von Schule, Eltern und Peer-groups können Kinder und Jugendliche besser auf Situationen vorbereitet werden, die sie an ihre Grenzen bringen. Gerade der Klassenverband, in dem Mädchen und Buben jahrelang miteinander zu tun haben, bietet ein Lernfeld: entweder dazu, dass sich die Gewalttätigeren durchsetzen, und traditionelle Geschlechterrollen weiter verfestigt werden oder aber dazu, ein Augenmerk auf soziales Lernen, toleranten Umgang miteinander und ein Aufweichen der Geschlechterrollen zu richten. Brauner: "Mädchen- und Bubenarbeit ist bereits an und für sich Gewaltpräventionsarbeit, da es dabei darum geht, die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern zu hinterfragen und zu einem Ausstieg aus Täter- und Opferrollen beizutragen."

Zielgruppe der 2-tägigen Efeu-Enquete sind Frauen und Männer, die sich für gewaltpräventives Arbeiten mit einem geschlechtssensiblen Ansatz im schulischen Bereich interessieren.

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