Fachverband Werbung: Positive Signale - aber noch kein Turnaround

"Barometer" der Werbeausgaben in Österreich - Obmann Ruttinger: "75 Jahre Werbesteuer sind genug!"

Wien (PWK389) - Das ab März 2002 vierteljährlich im Auftrag des Fachverbandes Werbung herausgegebene "Werbebarometer" stand im Mittelpunkt der Pressekonferenz in der Wirtschaftskammer Österreich. Marktforscher Mag. Klaus Fessel von focus.co.at verglich die Prognosen des ersten Werbebarometers von März mit den zwischenzeitlich festgestellten Ist-Zahlen. "Wir registrieren seit April eine leichte Markterholung. Wenn sich diese im Mai und Juni fortsetzt, kann unsere Voraussage von einem Plus gegenüber der Vorperiode bestätigt werden".

Entsprechend vorsichtig positiv ist die Vorhersage für das 3. Quartal. Die Repräsentativumfrage bei Auftraggebern aus dem Bereich Werbeagenturen und deren Kunden in ganz Österreich, die 25% des Werbevolumens bestreiten, ergibt eine leichte Steigerung der zu erwartenden Ausgaben. "Es darf auf eine Markterholung gehofft werden, wobei Agenturen die unmittelbare Zukunft nicht so rosig sehen wie deren Auftraggeber. Da sich die Vergleichszahlen an den (besonders im Vorjahr) niedrigeren Ausgaben Juni bis September orientieren, ist die prognostizierte Steigerung relativ", stellte Fessel fest.

In diesem Zusammenhang berichtete Fachverbandsobmann Walter Ruttinger von weiteren Initiativen, vor allem gegen die vielkritisierte "Werbesteuer", die nach wie vor mit 5% und 90 Mio Euro p.a. konjunkturbremsend wirkt: "Wir sind nach unzähligen Vorgesprächen und von uns betriebenem Lobbying mit den maßgeblichen Persönlichkeiten der großen Medien und der Kammerspitze einig: Wir verlangen die ersatzlose Abschaffung dieser Steuer spätestens 2003, im Zuge der Steuerreform. 75 Jahre Werbesteuer sind genug".

Des weiteren bereitet der Fachverband ein medienpolitisches Grundsatzpapier vor. Darin wird das generell zu hohe Kostenniveau für Medienwerbung ("Österreichs Medientarife sind zu hoch") genauso kritisiert wie die hohe Medienkonzentration. Details des Papiers werden in den nächsten Wochen veröffentlicht, wobei insbesondere auch Kosten/Nutzenvergleiche der Werbesekunden im ORF im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gezogen werden: "Nicht nur im Vergleich zu Deutschland, sondern auch anderer vergleichbar kleiner Länder sind wir viel zu teuer", betont Ruttinger: "Österreich ist dabei, sich aus dem europäischen Markt hinauszupreisen".

Prof. Erwin Kessler, der im 1. Halbjahr die "Presidency" als Obmannn der Fachgruppe Niederösterreich im Fachverband innehat, verwies auf die "Dynamik der gesamtösterreichischen Standesvertretung, welche in zwei großen Klausurtagungen, zuletzt Dienstag/Mittwoch in Niederösterreich, wichtige Impulse gesetzt hat". Dazu gehörten die erste Branchenanalyse im März und die Schaffung des "Werbebarometers" als laufend verfügbares Instrument, weiters die erfolgreiche Zusammenführung der Branchenmesse Publica mit der WWT ("Werbewirtschaftliche Tagung") auf Wiener Boden, deren kommende und 50. Auflage übrigens als die "unwiderruflich letzte" angekündigt wurde.

Neben der USA Branchenreise gehörten die "Agenturen Anwaltschaft Austria" oder auch der Bilanzvergleich der Kommunikationsbranche zu den Initiativen innerhalb der NÖ Presidency, viel mehr stehe noch bevor: Der internationale Standesvertreterkongress in Wien, ein vierteljährliches "Kreditradar" mit Bewertungskriterien und für die Mitglieder jeweils erzielbaren Zinssätzen, ein Bundespreis für Marketing, Kommunikation und Design, eine große Umfrage bei werblichen Auftraggebern und die Initiative für einen "Gesamtverband Werbeagenturen Österreich". Dies soll innerhalb der bevorstehenden "Tirol Presidency" realisiert werden - mit inzwischen sanierten Fachverbandsfinanzen, welche erstmals in der Geschichte trotz laufend reduzierter Einnahmen dramatische Überschüsse (2001: + 72.000.- Euro) aufweisen, stellte Obmann Ruttinger abschließend fest. (hp)

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