Pirklhuber: Bundesanstalt für Bergbauernfragen nicht auflösen, sondern aufwerten

Schaffung eines Europäischen Zentrums für Berggebiete und ökologisch sensible Zonen

Wien (OTS) "Die Rücknahme der geplanten de facto-Auflösung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen", fordert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, von Minister Molterer. "Angesichts der bevorstehenden Erweiterung der EU, der europaweiten Notwendigkeit einer nachhaltigen Bewirtschaftung in ökologisch sensiblen Regionen sowie der gebotenen Dringlichkeit einer Schaffung von gentechnikfreien Zonen sollte die Bundesanstalt für Bergbauernfragen eine Führungsrolle übernehmen und zu einem Europäischen wissenschaftlichen Zentrum für Berggebiete und ökologisch sensible Zonen ausgebaut werden", fordert Pirklhuber.

Bundesminister Molterer plant die Zusammenlegung der Bundesanstalt mit fünf anderen völlig verschiedenen Bundesanstalten, die weder fachlich zweckmäßig noch ökonomisch sinnvoll ist, so Piklhuber.

"Die geplante Zusammenlegung gerade im 'Jahr der Berge' richtet sich gegen die Interessen der Bergbäuerinnen und Bergbauern und soll offensichtlich die innovativen Agrarwissenschaften in Österreich abwürgen", kritisiert Pirklhuber. Stattdessen könnte die Bundesanstalt für Bergbauernfragen laut Pirklhuber als Europäisches wissenschaftliche Zentrum aufgewertet werden und folgende Aufgaben übernehmen:

wissenschaftliche Forschung zu den Problemen der Berggebiete und der ökologisch sensiblen Zonen
Kooperation und WissenschafterInnenaustausch mit anderen Berggebietsforschungseinrichtungen und umweltökonomischen Instituten in Europa
Analyse und Entwicklung von nachhaltigen, ökonomischen und sozialen Programmen für Berggebiete und ökologisch sensiblen Zonen Grundlagenarbeiten und Entwicklung für gentechnikfreie Alternativen.

"Die Umsetzung dieser Idee wäre ohne zusätzlichen nationalen Finanzierungsbedarf zu erreichen", so Pirklhuber, es bedürfe lediglich einer Verstärkung der bereits erfolgreichen Einleitung der Erwirtschaftung von Drittmitteln, insbesondere von der EU-Kommission. Gleichzeitig könnten auch die erwirtschafteten Rücklagen der Bundesanstalt für Bergbauernfragen aus dem Bundesflexibilisierungsbudget sinnvoll eingesetzt werden, betont Pirklhuber und fordert Molterer auf, die Eigenständigkeits dieses Institutes nicht zu gefährden und stattdessen die Chance zu ergreifen, sich EU-weit einen Namen zu machen. EU-weite Anerkennung habe sich die Bundesanstalt u.a. schon mit Studien über die Möglichkeit der Schaffung von gentechnikfreien Zonen in ökologisch sensiblen Gebieten, mit sozialwissenschaftlichen Arbeiten zur Berggebietsentwicklung sowie der Evaluierung von Umweltprogrammen verschafft.

Pirklhuber weist auf den besonders hohen Anteil der Bergbauerngebiete und benachteiligten ländlichen Gebiete in Österreich hin: 112.100 bäuerliche Betriebe sind in Berggebieten anzutreffen, was einem Anteil von 52% der Betriebe entspricht; in benachteiligten Gebieten wirtschaften 153.100 Landwirte, das sind 70% aller Betriebe. EU-weit hat Österreich den mit Abstand höchsten Anteil an landwirtschaftlichen Nutzflächen in Berggebieten, nämlich 57%.

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