50 Prozent weniger Getötete auf Österreichs Straßen bis 2010!

Verkehrsministerium und KfV präsentieren Verkehrssicherheitsprogramm 2002 bis 2010 und sind sich einig: Mehrphasenausbildung ab 2003

Wien (OTS) - "958 Menschen starben 2001 auf Österreichs Straßen. Das sind 958 Einzelschicksale mit trauernden Müttern, Vätern, Kindern, Großeltern, Enkeln, Freunden und einmal mehr 958 Gründe für ein Österreichisches Verkehrssicherheitsprogramm", verdeutlicht Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Mit dem Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm 2002 bis 2010 -das am 8.1.2002 den Ministerrat passiert hat - setzt sich Österreich ein ambitioniertes Ziel: 50 Prozent weniger Verkehrstote bis 2010. Das Verkehrssicherheitsprogramm enthält über 100 Maßnahmen, die nicht nach Gutdünken eingesetzt werden. Erstmals erfolgt eine gezielte Aufarbeitung der Maßnahmen, die Schritt für Schritt umgesetzt werden können. Das Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm wurde gestern im Rahmen der Veranstaltung "Mit Sicherheit mehr Sicherheit" präsentiert.

Verkehrsminister Reichhold setzt auf verbesserte Ausbildung

Bundesminister Ing. Mathias Reichhold setzt auf die effektive Mitarbeit aller Beteiligten: "Zu den elementaren Maßnahmen einer sinnvollen Verkehrssicherheitsarbeit zählen Bewusstseinsbildung und vor allem eine verbesserte Ausbildung der Fahrzeuglenker. Der Mehrphasenführerschein muss endlich kommen um vor allem die besonders gefährdete Gruppe der jungen Fahrzeuglenker zu schützen. Zum Erreichen des Gesamtziels, nämlich die Zahl der Getöteten auf Österreichs Straßen um 50 % zu reduzieren, ist allerdings die Mitarbeit aller Beteiligten von den Ministerien über die Gebietskörperschaften und Verbände bis hin zu den Bürgern wichtig. Auch wenn nicht jeder Vorschlag ungeteilte Zustimmung findet, ist der Weg durch dieses Programm vorgegeben."

Österreich Schlusslicht im Bereich "junge Lenker"

Unfälle im Straßenverkehr stellen einen hohen finanziellen Verlust für die Gesellschaft dar. In Österreich betragen die jährlichen Unfallkosten 3,7 Milliarden Euro (ATS 50 Mrd.). Zahlreiche Länder innerhalb der EU verfügen bereits seit 20 Jahren über Programme zur Erhöhung der Sicherheit im Verkehr und investieren bereits regelmäßig Summen in die Verkehrssicherheitsarbeit. Noch hinkt Österreich dieser Entwicklung hinterher. Die "Besten" in Europa haben heute etwa halb so viele Getötete zu beklagen wie Österreich. Vor allem im Bereich "junge Pkw-Lenker" gilt Österreich als absolutes Schlusslicht. "Seit fünf Jahren steigt die Zahl der Verletzten und der Unfälle mit Personenschaden kontinuierlich an. Das Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm bildet einen entscheidenden Beitrag, um Unfälle zu vermeiden und die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr drastisch zu senken. Es enthält entscheidende Strategien zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, wie die Mehrphasenausbildung, Abstands- und Geschwindigkeitsüberwachung ("Section Control"), Gurtanlegequote, Sanierung der Unfallhäufungsstellen oder Fahren mit Licht am Tag und vieles mehr", so Thann. Begonnen wird in einem Startpaket, das bereits bis 2004 eine Verringerung der Getöteten um 25 Prozent mit sich bringen könnte.

Reichhold und Thann klar für Mehrphasenausbildung

Klare Regelungen und Bewusstseinsbildung sollen nicht nur Unfallzahlen senken, sondern ein Umdenken innerhalb der Bevölkerung bewirken. Die Regelung der Führerscheinausbildung in mehreren Stufen ist Verkehrsministerium und KfV gleichermaßen ein Anliegen. KfV-Direktor Thann setzt sich bereits seit Jahren für die Einführung der Mehrphasenausbildung ein, die aus einem zusätzlichen Fahrsicherheitstraining, zwei Feedbackfahrten im Straßenverkehr und einer verkehrspsychologischen Weiterbildung besteht und begrüßt den Minister-Vorstoß zur Realisierung ausdrücklich: "Die Mehrphasenausbildung kommt vor allem jungen Lenkern zugute, die durch gesteigerte Emotionalität und fehlendes Risikomanagement die meisten Alleinunfälle verursachen. Schließlich ist jeder zweite tödliche Unfall der 18 bis 20 jährigen Fahranfänger ein Alleinunfall! Beim bisherigen Führerscheinmodell kommt nicht nur die Gefahrenlehre zu kurz. Erste Erfahrungen im Straßenverkehr sind für Jugendliche prägend und gehören professionell aufgearbeitet. Das kostenneutrale Konzept der Mehrphasenausbildung ist von Experten fix und fertig ausgearbeitet und kann jederzeit beschlossen werden.

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