"Kleine Zeitung" Kommentar: "Wurzel des Übels" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 06.06.2002

Graz (OTS) - Jetzt überrascht und empört zu tun, weil Bahn, Post und Telekom ihre Mitarbeiter schon im rüstigen Alter in den Ruhestand schicken, grenzt an Heuchelei. Alle haben davon gewusst:
die Kollegen, die Chefs, die Nachbarn, die Versicherungen, natürlich auch die Politiker.

Trotzdem ist es gut, diese schleichende Absetzbewegung, die in Wahrheit eine systematische Abschiebeaktion ist, mit dem Scheinwerfer der Öffentlichkeit aufzuhellen. Bei der Post ist das Pensionsantrittsalter bereits auf 48 Jahre gesunken.

Der Schnitt wurde durch Reihenuntersuchungen, bei denen die Betriebsärzte ihre Augen geschlossen hatten, nach unten gedrückt. Die medizinischen Atteste, mit denen offensichtlich Gesunde krank geschrieben wurden, ersparten den ausgegliederten Unternehmen viel Geld, weil die Pensionslast auf den Staat überwälzt wurde.

Diese Praxis gehört abgestellt und durch den Staatsanwalt untersucht. Das allein genügt nicht. Wenn sich die Vizekanzlerin nicht mit ihrer Absicht durchsetzt, die Pragmatisierung radikal einzuschränken, wird der "legale" Betrug mit Frühpension und Vorruhestand weitergehen. Das Übel gehört an der Wurzel ausgerissen. ****

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