"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Gleich und Gleich ist nicht dasselbe

Ausgabe vom 6. Juni 2002 Klagenfurt (OTS) - Gleich und Gleich ist nicht dasselbe - Mit der Neidgenossenschaft lässt sich "mit links" (von Rechts) auf Wahltour gehen. Dort, wo Errungenschaft, Erfolg und Vorteil anderer in der Seele nagen, ist es ein wahltaktisch Kluges, nachzubohren. Das weiß auch die FPÖ. Das hat sie immer gewusst. Letztlich ist sie mit diesem Wissen groß geworden. Bewährtes muss gepflegt werden, sagt sich auch die freiheitliche Chefin Susanne Riess-Passer - und zeigt jene "Schnäppchen" von vermeintlicher "Übervorteilung" auf, die Hunderte Menschen über die 50 Jahre in die Frühpension verfrachten. "Ein Fall für den Rechnungshof!", ruft das Riess-Passer und wittert "systematische" krankheitsbedingte Frühpensionierungen. Womit sie wohl und absolut Recht haben sollte. Immerhin mutet ein ganzer Schwung an kranken - und damit arbeitsunfähigen - Menschen in ein- und denselben Betrieben doch etwas geschmacklos an. Das ist die eine Seite der Geschichte. Die zweite zeigt sich nicht weniger unappetitlich: Ist es doch just Riess-Passer, die Tausende rot-weiß-rote Pädagogen mit monetären Lockrufen in die sehr, sehr frühe Pension vertschüssen möchte. Wo ist da bitte der Unterschied? Die alleine relevante Tatsache reduziert sich letztlich auf den kurzen Nenner namens Einsparungszwang: Sowohl der Staat als Arbeitgeber wie staatsnahe Betriebe a la Post, ÖBB und Telekom (sie prangert die FPÖ namentlich an) werden von Nulldefizitkurs, Wirtschaftsflaute, Steuerlast getrieben. Womit ein herrliches Paradox grüßen lässt: Der Staat zwingt sich selber in die Knie ...

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