UTE-BOCK-PREIS FÜR ZIVILCOURAGE AN GERTRUDE HENNEFELD VERLIEHEN Fischer: Immer um humanere und solidarischere Lösungen bemühen

Wien (PK) - Auf Einladung von Nationalratspräsident Heinz Fischer und der Vorsitzenden von SOS Mitmensch, Marianne Mendt, wurde
heute im Parlament unter Anwesenheit der Namensgeberin des
Preises der Ute-Bock-Preis für Zivilcourage an Gertrude Hennefeld verliehen. Hennefeld, die den Preis stellvertretend für ihr Team entgegen nahm, wird insbesondere für den Aufbau der
Beratungsstelle für Flüchtlinge der Diakonie in Traiskirchen geehrt, aber auch, wie Fischer betonte, generell für ihr jahrelanges Engagement im sozialen Bereich. So war Hennefeld
lange Zeit auch für Amnesty International aktiv.

Fischer, der zur Preisverleihung neben mehreren Abgeordneten zum Nationalrat und drei ehemaligen MinisterInnen - Hilde Hawlicek, Erwin Lanc und Kurt Steyrer - auch zahlreiche ehemalige AsylwerberInnen begrüßen konnte, würdigte in diesem Sinn den Einsatz und das Engagement der Preisträgerin. Eine Gesellschaft mache leichter den Fehler, dass sie mit Menschen in Not zu wenig solidarisch sei, sich zu egoistisch verhalte und zu wenig Einfühlungsvermögen zeige als dies umgekehrt der Fall sei, meinte er, deshalb sei es immer notwendig, sich um bessere, humanere und solidarischere Lösungen zu bemühen.

Friedrun Huemer, ehemalige Abgeordnete der Grünen im Wiener Landtag, betonte in ihrer Laudatio, Hennefeld kenne auf alle
Fragen nur eine Antwort: der Mensch. Asylsuchende würden von der Beratungsstelle der Diakonie in Traiskirchen, die Hennefeld 12
Jahre lang leitete, als Menschen wahrgenommen. Hennefeld selbst
sei eine Expertin in Sachen Fremden- und Asylrecht, die sich
jenen Menschen zugewandt habe, die am ärmsten seien, skizzierte sie.

Generell kritisierte Huemer, dass die Genfer
Flüchtlingskonvention im Gegensatz zu früheren Jahren heute in Österreich nicht mehr als Konvention zum Schutz von Flüchtlingen verstanden werde sondern als Konvention zum Schutz vor Flüchtlingen. Im Mittelpunkt stehe nicht mehr die Frage, wie
könne man helfen, sondern wie könne man Hilfe plausibel
vermeiden. So kämen beispielsweise weniger als ein Drittel der Asylsuchenden in Bundesbetreuung, die anderen seien auf Hilfsorganisationen angewiesen, die aber vielfach überfordert seien. Eines der wichtigsten Anliegen Hennefelds sei daher eine staatliche Grundversorgung der AsylwerberInnen während ihres Verfahrens, erklärte Huemer.

Der Ute-Bock-Preis für Zivilcourage wurde 1999 von SOS Mitmensch ins Leben gerufen, um die mutige Eigeninitiative der Sozialarbeiterin Ute Bock für junge Asylsuchende zu würdigen.
Bock hat, da die behördlichen Betreuungsstellen Flüchtlinge oftmals nicht aufnehmen, in Eigeninitiative Wohnungen für jugendliche Asylwerber angemietet. Auch jetzt, wo sie in Pension ist, betreut sie nach wie vor Asylwerber, berichtete die Ehrenvorsitzende von SOS Mitmensch Marianne Mendt.

SOS Mitmensch selbst wurde 1992 gegründet und hat sich, wie es in der Einladung zur Preisverleihung heißt, "die Chancengleichheit für alle in Österreich lebenden Menschen in Bezug auf die vollständige Teilhabe an einer Gesellschaft ohne Diskriminierung und soziale Ausschließung in einem Klima der Toleranz und gegenseitigen Rücksichtnahme zur Aufgabe gemacht." (Schluss)

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