Bauer präsentiert Umfragen über "Die Arbeit der Zukunft", Lohnnebenkosten und Abfangjäger

Wien (SK) Im Rahmen einer Pressekonferenz des Instituts für Trendanalysen und Krisenforschung stellte der SPÖ-Abgeordnete Hannes Bauer die Ergebnisse der Studie "Die Arbeit der Zukunft" sowie aktuelle Umfrageergebnisse zu den Themen "Abfangjäger" und "Lohnnebenkosten" vor.

281 Unternehmen in der Ostregion Österreichs wurden hinsichtlich der Fähigkeiten befragt, die sie von ArbeitnehmerInnen künftig erwarten. Die UnternehmerInnen selbst sehen die wirtschaftliche Situation des Betriebes relativ optimistisch. 16 Prozent bewerten sie als sehr gut, 56 Prozent als eher gut, 20 Prozent als eher schlecht und 2 Prozent als sehr schlecht.
"Auch die Einschätzung der künftigen Beschäftigung ist interessant," unterstreicht Bauer. " Rund zwei Drittel der Befragten geht von einem Gleichbleiben der Anzahl der Voll- und Teilzeitbeschäftigten aus. 18 Prozent der Befragten rechnen sogar mit einer Zunahme; lediglich 15 Prozent befürchten eine Abnahme."

Die Studie zeige sehr deutlich, dass die Qualifikationsanforderungen im allgemeinen weiter steigen werden. So meinen 39 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer, dass bei Personen mit höherem Abschluss die größte Bedarfszunahme zu verzeichnen sein wird. 35 Prozent geben an, der Bedarf bei Personen mit Berufslehre wird steigen. Die schlechtesten Zukunftsaussichten haben an- und ungelernte ArbeitnehmerInnen. Bei dieser Gruppe orten 44 Prozent der RespondentInnen eine Abnahme bzw. starken Abnahme. Dies sei ein deutlicher Hinweis für die Regierung, so Bauer, speziell im Hinblick auf die bevorstehende Novelle der Gewerbeordnung, nach der - wenn sie so beschlossen wird - immer weniger Betriebe Lehrlinge qualifiziert ausbilden würden. "Das wäre für den Standort Österreich eine verheerende Entwicklung, der entgegenzuwirken ist - denn Bildungspolitik ist Standortpolitik," appellierte Bauer.

Die Untersuchung zeigt weiters, dass neben der fachlichen Qualifikation immer mehr nicht-wissensbezogene Eigenschaften wie Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit und Kreativität an Bedeutung gewinnen und immer stärker werden Sozialkompetenzen gefordert.

Das Institut für Trendanalysen und Krisenforschung beschäftigte sich auch mit den aktuellen Themen "Abfangjäger" und "Lohnnebenkosten". Die Ergebnisse der aktuellen repräsentativen Meinungsumfrage zeigen, dass 60 Prozent der befragten Österreicherinnen und Österreicher es nicht für wichtig erachten, den österreichischen Luftraum durch Abfangjäger zu schützen. 26 Prozent meinen, es ist wichtig. 70 Prozent der SPÖ-Nahen halten es für unwichtig, 49 Prozent der FPÖ-SympathisantInnen, 31 Prozent der ÖVP-AnhängerInnen sowie 71 Prozent der Personen, denen die Grünen zur Zeit am ehesten zusagen. Auf die Frage, ob sie auch das Volksbegehren gegen den Ankauf von Abfangjäger unterschreiben wollen, geben 30 Prozent "sicher" an, 28 Prozent "vielleicht" und 31 Prozent "sicher nicht".

Bei der Frage um wie viel die Lohnnebenkosten, die sich aus Pensions-, Kranken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung sowie dem Familienlastenausgleich zusammensetzen, verringert werden müssen, damit Österreich ein attraktiver Standort für neue Unternehmen wird und neue Arbeitsplätze geschaffen werden können, zeigte sich, dass ein hohes Informationsdefizit hinsichtlich der Höhe und der Zusammenhänge in der Lohnnebenkostendiskussion besteht. Dies lässt sich von einem Anteil von 33 Prozent der Befragten, die keine Angabe machten oder mit "weiß nicht" antworteten, und von 43 Prozent, die keinen Zusammenhang zwischen Senkung der Lohnnebenkosten und Kürzungen im Gesundheitsbereich und bei der sozialen Sicherheit sehen, ableiten.

Bauer fügte diesem Ergebnis hinzu, "dass man bei der Diskussion um die Lohnnebenkosten berücksichtigen muss, dass die Arbeitskostenposition Österreichs der einer hochentwickelten Volkswirtschaft entspricht. Unterschiede in den Lohnnebenkostenpositionen erklären sich auch aus den unterschiedlichen Finanzierungsmodellen für das System der sozialen Sicherheit. Als Indikatoren für die Wettbewerbsfähigkeit sind jedenfalls nur die Arbeitskosten insgesamt von Bedeutung. Eine Standortdebatte darf sich aber nicht nur auf die Höhe der Arbeitskosten reduzieren, sondern ist immer auch eine Bewertung der Volkswirtschaft," schloss Bauer. (Schluss) hm/mm

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