Mitterlehner zu EU-Erweiterung: Keine Kompromisse bei Hygiene-Standards

Durch Abbau von Handelshemmnissen, verstärkte Vermarktungskooperationen sowie mehr Förderungen für grenznahe Kleinbetriebe heimischen Agrarhandel stärken

Wien (PWK382) - "Die Wirtschaftskammer hat bei der EU-Erweiterung eine klare Position. Wir haben immer die Cancen und die Risiken betont und nicht einfach nur Hurra gesagt, in der Erweiterung aber eine grundsätzlich positive Angelegenheit gesehen", betonte heute, Mittwoch, Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer, anlässlich des Agrarhandelstages. "Keine Kompromisse werden wir bei der Einhaltung der Standards im Hygiene-und Veterinärbereich eingehen. Hier muss dem Bedürfnissen der Verbraucher nach sicheren und qualitativ hochwertigen Lebensmittel voll Rechnung getragen werden", forderte Mitterlehner eine vorübergehende Aussetzung dieser Teilbereiche vom Handel am Binnenmarkt. Deshalb müsse bei strengen Kontrollen am Ort der Erzeugung und beim Warenverkehr angesetzt werden.

Im Hinblick auf den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten forderte Mitterlehner drei Aktionsschritte ein: Erstens sollten Handelshemmnisse abgebaut werden wie Zölle und Quoten aber auch Zertifizierungserfordernisse. Zweitens sollte die Vermarktungskooperation zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft verstärkt werden um die enormen Absatzchancen für österreichische Produkte zu erhöhen. Drittens sollte es eine verstärkte Förderung von grenznahen Kleinbetrieben geben um negative Auswirkungen der Marktöffnung abfedern zu können, so Mitterlehner.

Die Situation für die heimische Wirtschaft und den Agrarhandel stelle sich in Bezug auf den Handel mit den Beitrittskandidaten jedenfalls sehr positiv dar. Der Anteil der österreichischen Gesamtexporte wuchs von 3,8 Prozent 1990 auf 13,6 Prozent im Jahr 2000. Rund 10 Prozent der Agrarexporte Österreichs werden mit den MOEL abgewickelt - im Jahr 2000 waren das 347,4 Mill. Euro. Die Handelsbilanz mit den 8 MOEL lag 2001 bei plus 1.770 Mill. Euro. "Diese beträchtlichen Steigerungen bei den Gesamt- und Agrarexporten sowie die positive Handelsbilanz unterstreichen die Chancen für unsere Betriebe", betonte der WKÖ-General.

Die Aussichten für die heimische Wirtschaft beurteilte Mitterlehner als rosig: Ein steigendes Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent nach 9 Jahren, eine steigende Beschäftigung von zusätzlichen 9000 Arbeitsplätzen bis 2005 und 27.000 bis 2010 sowie ein steigender Exportanteil von 13,6 auf 15 bis 17 Prozent im Jahr 2005 würden für sich sprechen. Deshalb sei Österreich gut beraten, die Investition in Richtung der Erweiterung anzugehen.

Sollte es zu keiner Erweiterung kommen, werde dies zu hohen Kosten führen. "Das bedeutet 270 Mill. Euro Wirtschaftswachstum und 1300 Arbeitsplätze pro Jahr weniger, 0,33 Prozent mehr an Inflation und durch Grenzformalitäten und Wartezeiten entstehende Handelsverluste von 470 Mill. Euro", führte Mitterlehner aus. Im Gegensatz dazu würde die Erweiterung jeden Österreicher lediglich 2 Euro im Monat kosten, "das sind weniger als 1 Bier", schloss der WKÖ-General.(us)

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (++43-1) 50105-4161
Fax: (++43-1) 50105-263
presse@wko.at
http://www.wko.at/PresseWirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK