VÖM verlangt Absicherung des Interventionspreises bei Milch

Ohne Klarstellung der EU ist Interventionsniveau für Milch in Gefahr

Wien, 5. Juni 2002 (AIZ). - "Wenn die EU nicht bald klarstellt, auch nach Erreichen der 109.000 t-Grenze für die Magermilchpulver-Intervention die Interventionspreise beizubehalten und nicht auf das Ausschreibungsverfahren umzustellen, droht die Gefahr, dass mangels Interventionsmöglichkeiten das EU-Milchpreisniveau weiterhin unter Druck kommt. Die jetzige Marktsituation erfordert ein stabilisierendes Signal der Europäischen Kommission, zumal ansonsten durch das dann greifende Ausschreibungsverfahren das bisherige Interventionspreisniveau (Agenda-Preise) unterfahren werden könnte", stellt die Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) in einer Aussendung fest. Die VÖM fordert daher die EU-Kommission auf, diesbezüglich rasch Klarheit zu schaffen, um einen weiteren Preisdruck zu vermindern und hofft hier auch auf eine Initiative des Landwirtschaftsministeriums.

Bekanntlich greift das derzeitige EU-System der öffentlichen Lagerhaltung (Intervention) bei Magermilchpulver nur bis zu einer Mengenschwelle von 109.000 t. Sollte diese Schwelle überschritten werden, so kann die Kommission auf ein Ausschreibungsverfahren überwechseln, was dazu führt, dass nicht mehr der Interventionspreis, sondern deutlich schlechtere Preise zum Tragen kommen, was wiederum den allgemeinen Marktpreis nach unten drücken würde. Im heurigen Jahr sind, wie berichtet, bereits 84.000 t erreicht. "Wenn die bisherige Mengenentwicklung anhält, so ist es wahrscheinlich, dass man deutlich über die 109.000 t-Grenze hinauskommt. Weiters sollte man spekulativen Entwicklungen durch rasche Signale seitens der Kommission vorbeugen", fordert VÖM-Geschäftsführer Johann Költringer.

Die VÖM kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Exportpolitik der Europäischen Kommission: Es sei nicht akzeptabel, "dass nach den zögerlichen Anpassungen der Ausfuhr-Erstattungen ein derart hoher Marktdruck aufgebaut wurde, der europaweit und somit auch in Österreich die Preise nach unten drückte". Weiters sei nicht einzusehen, dass das EU-Milchbudget laufend gekürzt werde und bislang seitens der Europäischen Union nicht einmal mehr garantiert werde, dass das Agenda-Interventionspreisniveau gesichert werden kann.
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