NR-Präsident Fischer eröffnet Ausstellung im Jüdischen Museum

"Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht? Zivildienst in New York”

Wien, (OTS) "Die Arbeit des Gedenkdienstes ist ein wesentlicher Beitrag gegen das Vergessen. Umso erfreulicher ist es, dass das Jüdische Museum diese Arbeit mit einer Ausstellung würdigt", meinte Nationalratspräsident Dr. Heinz Fischer in seiner Eröffnungsrede im Palais Eskeles. Fischer hob die inhaltliche Gestaltung der Ausstellung "Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht? Zivildienst in New York” hervor und betonte, dass erstmals nicht nur die Emigranten, sondern auch die jungen Leute porträtiert werden, die sich der Geschichte ihrer Väter und Großväter stellen und sich mit ihr aktiv auseinander setzen. "Dieses reflexive Herangehen wird hoffentlich auch andere junge Menschen motivieren, sich verstärkt der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu stellen", meinte der Nationalratspräsident in seinen Ausführungen. Direktor Dr. Karl Albrecht-Weinberger verwies auf die gute Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institute in New York, wo die Gedenkdiener, wie die Zivildienst leistenden jungen Österreicher genannt werden, ihre Forschungen angestellt haben, und das derzeit parallel zu Wien einen kleinen Teil der Ausstellung in New York präsentiert.

Die Ausstellung "Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht? Zivildienst in New York” ist ein unkonventionelles Projekt sowohl in ihrer Gestaltung als auch in ihrer Entstehung. Am Beginn steht die am New Yorker Leo Baeck Institute beheimatete Austrian Heritage Collection. Hier interviewen seit 1995 österreichische Zivildiener aus Österreich vertriebene Juden und sammeln Dokumente zur Emigration. Die Austrian Heritage Collection ist inzwischen eine der wichtigsten Oral History-Sammlungen zur österreichischen Zeitgeschichte, die Ausstellung ermöglicht einen ersten Einblick.

Sie ist von 5. Juni bis 13. Oktober 2002 im Jüdischen Museum Wien (A-1010 Wien, Dorotheergasse 11) zu sehen. Nahezu zeitgleich wird in der Galerie des Leo Baeck Institutes ein zweiter, kleinerer Ausstellungsteil präsentiert. Das Jüdische Museum ist Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen in deutscher Sprache: sonntags um 12 und um 15 Uhr und donnerstags um 18.30 Uhr. Durch die ständigen Ausstellungen des Museums gibt es jeden Sonntag um 16 Uhr eine Führung. Eintritt: 5 EUR/2.90 EUR ermäßigt. Anmeldung für Sonderführungen (auch in Fremdsprachen), Preis: 32.70 EUR, unter Tel. +43-1-535 04 31-311 oder 312. Details zum Angebot des Museums finden Sie auch im Internet unter http://www.jmw.at/

o Begleitveranstaltung zur Ausstellung:
Donnerstag, 6. Juni 2002, 19 Uhr
Wer spricht hier mit wem?
Gespräche zwischen den Generationen - Gespräche zwischen Täter- und Opfergesellschaft
An der Podiumsdiskussion nehmen u.a. teil: Margit Reiter, Historikerin; Christian Klösch, Vorsitzender Verein Gedenkdienst; Werner Hanak, Kurator Jüdisches Museum Wien
Eintritt frei
(Schluss) sta

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