Preise der Stadt Wien für Franz Koglmann und Marlene Streeruwitz

Wien, (OTS) Montag überreichte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny an Franz Koglmann und Marlene Streeruwitz die Preise der Stadt 2001 für Musik und Literatur. Die Laudationes hielten Univ. Prof Kurt Schwertsik und Univ. Prof. Dr. Konstanze Fliedl. Die Preise der Stadt Wien werden jährlich vergeben und sind mit je 8000 Euro dotiert.****

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny bezeichnete Franz Koglmann in seinen einleitenden Worten als einen der "profiliertesten Vertreter der österreichischen und internationalen Jazzszene". Es sei die Verbindung von Musiker und Komponist, von Jazz und europäischer Moderne, die ihn zu einer "singulären Erscheinung" mache.

Marlene Streeruwitz sei eine der wichtigsten und kritischsten Stimmen in der österreichischen Literatur. Sie decke die verkrusteten Beziehungen zwischen Frauen und Männern auf und sie tue dies mit einer Sprache, die in ihrer Radikalität einzigartig ist.

Franz Koglmann wurde 1947 in Mödling geboren. Nach der Hauptschule und einer dreijährigen Buchbinder-Lehre studierte er Trompete und Jazz am Konservatorium der Stadt Wien. 1972 und 1973 folgten Studienaufenthalte in New York und Philadelphia. 1973 gründete er das Label "Pipe Records", auf dem Koglmann drei Schallplatten veröffentlichte. Er spielte in verschiedenen Formationen, wie der Ulrich Gumpert Workshop Band, mit Walter M. Malli und Eugene Chadbourne, im Mitteleuropa Orchestra und im "Grubenklangorchester". Ende der 70er Jahre war Koglmann musikalischer Berater der Galerie nächst St. Stephan, seit 1982 ist er künstlerischer Berater der Wiener Musik Galerie. 1983 gründete er sein Ensemble "Pipetet" mit Musikern aus dem Jazz und der zeitgenössischen Musik, mit dem er zum ersten Mal beim "Tatitu Tatatu-Festival" der Neuen Musik Galerie auftrat. Franz Koglmanns Kompositionen sind stark von Literatur und bildender Kunst geprägt. Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählen "The use of memory", "Melange de la promenade", "O moon, My Pin-Up" (Ezra Pound Kantate); "Ein heller, lichter, schöner Tag - Hommage à Franz Schubert", "Don’t play, Just Be, das durch das Klangforum Wien beim Festival "Ars Musica" in Brüssel uraufgeführt wurde. Seit 1999 ist Koglmann künstlerischer Leiter des Frankfurter Labels "between the lines". Franz Koglmann erhielt zahlreiche österreichische und internationale Förderpreise und Stipendien; ein Großteil seiner CD’s wurde zur "Platte des Jahres" gewählt.

Marlene Streeruwitz wurde 1950 in Baden bei Wien geboren. Sie studierte Slawistik und Kunstgeschichte. Ab 1989 arbeitete sie als Redakteurin am Theater und im Hörfunk, zugleich erschienen ihre ersten Hörspiele, "Der Paravant." "Alkmene." und "Urlaub." 1992 gelang ihr mit "Waikiki Beach" der Durchbruch als Theaterautorin. Auf diesen ersten großen Erfolg folgten weitere, darunter "Sloane Square", "Ocean Drive" und "Tolmezzo". Seit 1996 schreibt sie auch Prosa, "Verführungen", "Lisas Liebe", "Nachwelt", und zuletzt "Partygirl" zählen zu ihren bekanntesten Romanen. Ihr Leitthema ist die erstarrte Beziehung zwischen Mann und Frau, ihr "Markenzeichen" ist ihre extreme, radikale, knappe Sprache. Marlene Streeruwitz hat sich auch oft zur politischen Situation in Österreich zu Wort gemeldet. In Tübingen und Frankfurt hält sie Poetikvorlesungen. Marlene Streeruwitz ist Mutter zweier erwachsener Töchter. (Schluss) rar

Rückfragen & Kontakt:

http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Renate Rapf
Tel.: 4000/81 175
rap@gku.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK