Muttonen: "Depot" weiteres Opfer konservativer Kunstförderungspolitik?

Wien (SK) Als "weiteres plakatives Beispiel der existenzbedrohenden Kunstförderungspolitik" der Bundesregierung bezeichnet SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen die drohende Schließung der renommierten Kunst- und Theorieinstitution Depot. Medienberichten zufolge ist das "Depot" gezwungen, mit Ende Mai alle Mitarbeiter zu kündigen, da es Anfang Juni 2002 für das Jahr 2002 noch immer keine Förderungszusage gebe. "Es ist ein unzumutbarer Zustand für Kunst-und Kulturschaffende, zur Mitte des Kalenderjahres noch immer Ungewissheit über ihre finanzielle Situation zu haben. ****

"Die Kunstförderungspolitik der Bundesregierung der zeitgenössischen, kritischen und daher unbequemen Kunst gegenüber folgt immer öfter einem gleichbleibenden Muster: es werden zahlreiche bürokratische Hürden geschaffen, um die Förderungsanträge möglichst lang zu verschleppen", kritisierte Muttonen am Montag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Ein planbares und kontinuierliches Arbeiten werde für die Kunstschaffenden nahezu unmöglich; auch renommierte Institutionen halten diesen Zustand finanzieller Unsicherheit und Aushungerung nicht lange aus. "Unter den Opfern dieser perfiden Methodik dürfte sich neben zahlreichen anderen Betroffenen nun auch das Depot befinden", kritisierte Muttonen.

Die schwarz-blaue Kunstpolitik demonstriere ganz offensichtlich, was ihr nicht wichtig sei: zeitgenössische Kunst in all ihren Spielarten. "Es dürfte nicht reichen, dass es das zeitgenössische künstlerische Schaffen schwer genug hat, sich zwischen Tradition und Eventkultur zu behaupten. Vielmehr werden zahlreiche zeitgenössische KünstlerInnen und Institutionen mittlerweile auch systematisch finanziell ausgehungert, bis sie von selbst aufgeben müssen", sagte Muttonen.

Kunststaatssekretär Morak sei nun am Ball, sich für das Depot stark zu machen und eine rasche Entscheidung für den finanziellen Weiterbestand dieser Institution zu treffen, forderte Muttonen. (Schluss) wf/mm

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