"profil": Keppelmüller sieht "keinen Grund" für Leikam-Rücktritt

SP-Abgeordneter kritisiert Umgang seiner Partei mit Alko-Sünder Leikam als "Rache" - attackiert SP-Vorsitzenden Gusenbauer - "Das Menschliche kommt unter Gusenbauer zu kurz"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisert der langjährige sozialdemokratische Abgeordnete Peter Keppelmüller SPÖ-Parteivorsitzenden Alfred Gusenbauer und will sich den Rücktrittsaufforderungen an seinen Parteikollegen Anton Leikam keineswegs anschließen. "Dafür gibt es keinen Grund", so Keppelmüller. Er habe Leikam geraten, "auf keinen Fall zurückzutreten".

Leikam hatte am 25. Mai einen Verkehrsunfall verursacht, ein anschließender Alkoholtest konstatierte 2,0 Promille Alkohol in Leikams Blut. "Natürlich war es falsch, dass er selber gefahren ist", räumt Keppelmüller ein, "es ist aber niemand zu Schaden gekommen. Am meisten g'scheiteln jetzt die, die mit dem Dienstwagen unterwegs sind."

Leikam bekomme eine Fülle von Solidaritätsadressen, berichtet dessen Fraktionskollege. Keppelmüller: "Uns ist die Haltung der Bundespartei unverständlich. Das Menschliche kommt unter Alfred Gusenbauer zu kurz." Der SP-Abgeordnete hält die Aufregung um Alkoholkonsum Leikams lediglich für einen Vorwand. Keppelmüller im "profil"-Interview: "Er soll abserviert werden. In Wahrheit geht es um Rache." Alle Freunde des ehemaligen Innenministers Karl Schlögl seien nach und nach abserviert worden. Keppelmüller: "Langsam frage ich mich, was der Gruß "Freundschaft" bei uns überhaupt noch bedeuten soll."

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"profil"-Redaktion

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