"profil": Rechtsextreme Strömungen im ÖVP-nahen MKV

Vertrauliches Schreiben an oberste Delegierte - bisheriger Chef des Mittelschüler-Kartellverbands erwähnt Fälle von NS-Wiederbetätigung

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, warnt Helmut Wagner, der im November zurückgetretene Vorsitzende des Mittelschüler-Kartellverbands (MKV), in einem vertraulichen Abschlussbericht vor rechtsextremen und fundamentalistischen Strömungen in der ÖVP-nahen Organisation.

Wagner erwähnt zwei Fälle von NS-Wiederbetätigung, außerdem pflege eine "beachtliche Zahl" von Wiener MKV-Verbindungen regelmäßige Kontakte mit schlagenden Burschenschaften, so der Ex-Vorsitzende in dem Brief an die höchsten Delegierten der katholisch-farbentragenden Studentenschaft.

Das Schreiben war wenige Tage vor dem Linzer "Pennälertag" am vorvergangenen Pfingstwochenende an alle Obmänner der 163 MKV-Vereine in Österreich ergangen. Gegenüber "profil" bekräftigte Wagner seine Vorwürfe: Allerdings würden sich die rechtsextremen Tendenzen und Kontakte auf einige Wiener Verbindungen beschränken, sagte der MKVer und kritisierte in diesem Zusammenhang auch den Chef des Wiener MKV, Gottfried Fanninger.

Der neu gewählte Bundesvorsitzende Christian Wodon bestätigte, dass zur Zeit verbandsinterne Untersuchungen laufen. Zugleich spricht Wodon aber von "Verdrehungen und falschen Darstellungen" seines Vorgängers.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

"profil"-Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS