Brandsteidl: Schweitzer-Vorschlag kommt spät

Wien, (OTS) "Keine Frage, dass es erlaubt ist, über die Reifeprüfung und die AHS-Oberstufe zu reden. So macht es etwa Sinn, Projektarbeiten in die Matura miteinzubeziehen. Auch habe ich mich schon lange für eine weitgehende Reform der AHS-Oberstufe und für die Einführung eines Kursmodells ausgesprochen. Nur kommt Schweitzer mit seinen Ideen jetzt ein wenig spät", kommentierte die Amtsführende Präsidentin des Wiener Stadtschulrates Susanne Brandsteidl den jüngsten Vorschlag von FP-Generalsekretär Karl Schweitzer.

Brandsteidl weiter: "Seit Monaten wird über eine AHS-Oberstufenreform diskutiert, jetzt, wo der Gesetzesvorschlag bereits in Begutachtung ist, kommt die FPÖ als Regierungspartei plötzlich mit neuen Ideen daher. Ich frage mich, wo die Freiheitlichen in den vergangenen Monaten waren und was sie aus ihrem bildungspolitischen Tiefschlaf aufgeweckt hat."

"Die Matura mit Kosten gegenzurechen, ist billig und populistisch. Und wenn Schweitzer den Fremdvorsitz bei der Matura aus Kostengründen ablehnt, dann muss man dem folgendes entgegenhalten:
Alle nationalen wie internationalen Bildungsexperten sind sich einig sind, dass externe Evaluation in der Schule wichtig ist. Und auch die Wirtschaft fordert massiv die Einhaltung von Standards in der Schule ein. Vor diesem Hintergrund erscheint Schweitzers Idee nach dem Motto ‚die Matura machen wir uns selbst, Hauptsache sie ist billig‘ ein wenig proviniziell und qualitätsnivellierend."

Brandsteidl: "Zwischen einer ernsthaften Diskussion über Art und Form der Maturaprüfung und dem jetzigen FPÖ-Vorschlag liegen Welten. Mit seinem Maturaabschaff-Vorstoss schadet Schweitzer dem Image des österreichischen Schulwesens: Nicht weniger, sondern mehr Qualität muss unser Ziel sein."

"Der Schweitzer-Vorschlag ist nichts anderes als parteipolitisch motiviertes Säbelrasseln: Offenbar reicht dem FPÖ-Generalsekretär bereits ein ‚Fenstertag‘, um eine Sommerlochdebatte vom Zaun zu brechen", sagte Brandsteidl abschließend.
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