Molterer: Feuchtgebiet Lafnitztal bekommt internationales "Adelsprädikat"

Steirisch-südburgenländisches Wildflussgebiet ab morgen ein "Ramsar-Gebiet"

Wien (OTS) - Ab morgen, Samstag, gelten die Lafnitzauen im oststeirisch-südburgenländischen Grenzgebiet als "Feuchtgebiet internationaler Bedeutung" gemäß dem weltweiten Ramsar-Abkommen. "Für ein schützenswertes Naturjuwel wie das Lafnitztal ist das so etwas wie ein internationales Adelsprädikat", zeigte sich Umwelt-und Landwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer heute, Freitag, stolz. Die Zahl der Ramsar-Feuchtgebiete in Österreich steigt damit auf elf. Weltweit gibt es 1.100 dieser besonders herausragenden Naturflächen.

Das nach einer Stadt im Iran benannte Ramsar-Abkommen ist ein internationales Vertragswerk zum Schutz von besonders wertvollen Feuchtgebieten. Die bis dato 131 Unterzeichnerländer verpflichten sich, Flächen von internationaler Bedeutung durch besondere Anstrengungen zu erhalten.

Die Lafnitz ist das letzte unregulierte Flachlandgewässer Österreichs. In 19 Gemeinden erstrecken sich die als Ramsar-Gebiet ausgewiesenen Flächen auf insgesamt 2.180 Hektar. Das Gebiet reicht sich von den Orten Lafnitz (Bezirk Hartberg) und Neustift (Bezirk Oberwart) im Norden über 50 Kilometer entlang der Lafnitz und des Stögersbachs bis nach Fürstenfeld im Süden. Es zeichnet sich durch den weitgehend naturnah erhaltenen Zustand der Lafnitz, durch den mäandrierenden Flussverlauf, die begleitenden Auwälder und die den Talraum prägenden Dauerwiesen aus. Viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden: Eisvogel, Flussregenpfeifer, Fischotter, Weiss- und Schwarzstorch sowie zahlreiche seltene Schmetterlings- und Libellenarten.

Seit mehreren Jahren werden an der Lafnitz wichtige Flussrückbau-und Naturschutzprojekte mit Beteiligung von Bund, Ländern und EU durchgeführt. Im Einklang mit dem Umweltschutz sollen in der "Modellregion" Lafnitztal die ansässige Landwirtschaft, Naturtourismus, Erholung und wirtschaftliche Entwicklung verknüpft werden. In Loipersdorf-Kitzladen (Bezirk Oberwart) wurde im Jahr 2000 das erste österreichische Ramsar-Informationszentrum eröffnet.

Österreich ist der Ramsar-Konvention 1983 beigetreten und hat neben dem Lafnitztal bisher folgende zehn Gebiete mit einer Gesamtfläche von mehr als 1.150 Quadratkilometern nominiert: den Neusiedler See mit dem Seewinkel (Burgenland), die Donau-March-Auen (Niederösterreich), die Untere Lobau (Wien), die Stauseen am Unteren Inn (Oberösterreich), das Rheindelta am Bodensee (Vorarlberg), das Sablatnig-Moor (Kärnten), das Pürgschachen-Moor (Steiermark), das Rotmoos im Fuscher Tal (Salzburg), das Hörfeld (Kärnten/Steiermark) und die Teich- und Moorlandschaft des Waldviertels (Niederösterreich). In den meisten Gebieten wurden Nationalparke oder Naturschutzgebiete eingerichtet.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ramsar.at und www.ramsar.org.

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