Chancengleichheit beginnt schon in der Berufsschule: AK fordert bestmögliche Ausbildung im Einzelhandel

Linz (AKO) Wenn am Montag der Landesschulrat über die neuen Lehrpläne der Berufsschulen entscheidet, steht auch die Glaubwürdigkeit aller Bekenntnisse zum "Jahr der Chancengleichheit" und zur Qualität der dualen Ausbildung auf dem Prüfstand. "Die vorwiegend weiblichen Lehrlinge im Handel müssen endlich die bestmögliche Berufsausbildung bekommen", fordert AK-Präsident Wipplinger.

...Im Zusammenhang mit der Gesamtzahl der Unterrichtseinheiten hat der Landesschulrat bei den Handelsberufen einen Entscheidungsspielraum zwischen 1080 und 1260 Stunden. Doch während bei fast allen anderen dreijährigen Berufen 1260 Unterrichtseinheiten im Lehrplan aufscheinen, wird bei den Lehrberufen Großhandelskaufmann/frau und Einzelhandelskaufmann/frau trotz ständiger Appelle der Arbeiterkammer nur das Minimum geboten.

...78 Prozent der Lehrlinge im Einzelhandel sind weiblich. Und nicht genug damit, dass Ihnen eine besser Ausbildungsqualität bisher verwehrt blieb, wird ihnen mit einer 45-Stunden-Woche nur für Pflichtgegenstände gleichzeitig auch die höchste Belastung aufgebrummt.

...Wie - neben den Lernstunden - da noch Zeit für die gerade im Einzelhandel wichtigen Freigegenstände wie Deutsch, Fremdsprache etc. gefunden werden soll, ist fraglich. Symptomatisch ist aber auch, dass Informatik bei den Handelsberufen nicht einmal als Freigegenstand angeboten wird.

...Die Anzahl der täglichen Unterrichtseinheiten für Pflichtgegenstände sollte jedenfalls acht Stunden nicht übersteigen, fordert die Arbeiterkammer, über die Woche verteilt sollten nicht mehr als 40 Stunden für Pflichtgegenstände anfallen.

..."Eine Verbesserung des Stellenwerts der dualen Ausbildung und somit eine Sicherung des Wirtschaftstandortes Oberösterreich ist nur durch die Anhebung des Bildungsniveaus erreichbar", meint dazu AK-Präsident Wipplinger. So eine Anhebung wäre bereits durch ein Ausschöpfen der Gesamtstundenzahl möglich: "Es geht ja nicht um eine unbegründete Erhöhung, sondern um die Vermittlung zusätzlicher betriebsrelevanter Ausbildungsinhalte." Konkret betrifft dies den Gegenstand "Warenspezifisches Verkaufspraktikum.

..."Vom Verhalten der stimmberechtigten Mitglieder des Kollegiums des Landesschulrates wird es abhängen, ob unseren - meist weiblichen -Lehrlingen im Handel Gleichbehandlung widerfährt und ihnen die Chance zur bestmöglichen Qualifizierung eröffnet wird", so Wipplinger.

...Immer wiederkehrende Drohungen des Handels, im Fall einer Ausweitung der Berufsschulstunden weniger Lehrlinge einzustellen, könne man, so Wipplinger, getrost negieren: "Trotz der minimalen Stundenzahl und aller wirtschaftsfreundlichen Gesetzesänderungen sind die Lehrlingszahlen im oberösterreichischen Einzelhandel rückläufig."

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