Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: I wart auf den Bus, aber...

Ausgabe vom 30. Mai 2002

Klagenfurt (OTS) - "I wart auf den Bus, aber er kummt net", die Fahrgäste des Postbusses konnten gestern ein Lied davon singen. Sie konnten aber auch spüren, was es heißen würde, wenn es ihre Busverbindung, auf deren Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sie sonst jeden Tag zählen dürfen, plötzlich nicht mehr geben würde. "Da muss jeder selbst schauen, wie er in die Stadt kommt", brachte es ein Schüler auf den Punkt.

Nun hat aber im mobilen Österreich dennoch nicht jeder einen fahrbaren Untersatz zur Verfügung, auch eine Mitfahrgelegenheit ergibt sich nicht immer. Somit sind die Buslinien die Lebensadern, die die Randgebiete und die dort wohnhafte Bevölkerung mit den Zentren verbinden.

Keine Frage, dass Strukturen des öffentlichen Verkehrs - wie es so schön heißt - "schlanker" werden, Synergien genutzt werden müssen. Daran hat man beim Postbus gearbeitet. Die Mitarbeiter haben den Sparkurs mitgetragen, zum Dank dafür dürfen sie nun um ihre Arbeitsplätze fürchten. Um Linien weiter zu erhalten, die nie in die schwarzen Zahlen kommen werden, bedarf es eines großen Ganzen, in dem profitable Kurse die verlustträchtigen halbwegs auffangen. Für private Betreiber wäre es wirtschaftlicher Selbstmord, auch nur eine unrentable Linie weiterzuführen. Doch gerade in Zeiten, wo den Regionen abseits der Zentren immer mehr an Attraktivität verloren geht, sollten die Verantwortlichen alles daran setzen, zu verhindern, dass diese Regionen endgültig ins gesellschaftliche Out gedrängt, die Nabelschnur zu ihnen endgültig gekappt wird.

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