Grünewald: Sachliche Gründe für Medizinische Fakultäten überwiegen

Medizinuniversitäten werden höhere Kosten verursachen

Wien (OTS) "Die notwendigen Sonderbestimmungen für Medizin sind legistisch auch im Rahmen der Fakultätslösung innerhalb einer Gesamtuniversität möglich. Diese Lösung ist eigenen Medizin-Universitäten vorzuziehen, weil sowohl die Synergien in Forschung und Lehre als auch in ökonomischer Hinsicht an der Gesamtuniversität wesentlich höher sind", erklärt der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, in Reaktion auf Aussagen von Ministerin Gehrer.

"Wenn Gehrer behauptet, die Meinung des Vorsitzenden der Rektorenkonferenz, Georg Winckler, die Aussagen der Rektoren von Innsbruck und Graz, die Resolutionen des Senats und der Medizinischen Fakultät von Innsbruck, die äußerst kritischen und ablehnenden Stellungnahmen der Wiener, Tiroler und Oberösterreichischen Landesregierungen sowie der Bürgermeister von Wien, Graz und Innsbruck beruhten alle auf Missverständnissen, dann kommt das letztlich doch einer brüsken Desavouierung der betroffenen Personen gleich", kommentierte Grünewald.

"Die von Regierungsseite vorgeschlagene 'Dachkonstruktion' zwischen Medizinischer Universität und der alten 'Heimatuniversität' dagegen ist dünn und wenig tragfähig. Sie führt zur Verdoppelung der Hierarchien und damit zu einer Verteuerung", so Grünewald. "Von Kostenneutralität kann also keine Rede sein: Wenn man die zentrale Verwaltung aufspaltet, fallen alle Synergieeffekte weg, und es wird in jedem Fall teurer", so Grünewald.

Wenn zudem keine geeigneten Sonderbestimmungen und Kooperationsverträge mit den Ländern und ihren Krankenhausträgern erreicht werden, sei zu befürchten, dass wieder die Trägerinteressen vor die universitären gereiht werden und die Uni-Kliniken immer mehr zu Landesprimariaten und Versorgungseinrichtungen werden.

"Wenn Universitäten zum Spielball restriktiver Budgets und expandierender Kosten im Gesundheitsbereich werden, werden Lehre und Forschung an den Kliniken schwer unter Druck geraten. Es droht dann eine Polarisierung zwischen Theorie, Zwischenklinik und Klinik", so Grünewald.

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