Ferrero-Waldner eröffnet in Sarajewo Gesprächsrunde zu interreligiösem Dialog

"Chance für Paradigmenwechsel hin zu gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit"

Wien/Sarajewo (OTS) - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hielt heute in Sarajewo die Eröffnungsansprache anlässlich einer Gesprächsrunde zum Thema "Religion, Staat und Gesellschaft im multikulturellen Europa". Unter den prominenten Referenten der von Ferrero-Waldner initiierten und gemeinsam mit der Konrad Adenauer Stiftung in Sarajewo abgehaltenen Veranstaltung befanden sich Prof. Anas Shakfeh, Vorsitzender der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und Otto Graf Lambsdorff, ehemaliger Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland und Vorstandsvorsitzender der Friedrich Naumann Stiftung.

Sarajewo als Ort des Gespräches sei in den Augen der Außenministerin "sehr gut gewählt, da sich hier seit Jahrhunderten das Christentum - in seiner katholischen wie in seiner orthodoxen Ausprägung - und der Islam intensivst begegnen". Ferrero-Waldner bedauerte in ihrer Rede, dass "die jüngste Vergangenheit von Bosnien und Herzegowina durch "aggressiven, auf Abgrenzung bedachten Nationalismus" geprägt war und in diesem Kristallisationspunkt des Zusammentreffens von Abendland und Morgenland einen "unsäglichen Blutzoll" gefordert habe.

Für eine nachhaltige Friedensicherung sei es nun von zentraler Bedeutung, "Anderssein nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu empfinden". Eine wertvolle Chance für den "Paradigmenwechsel hin zur gegenseitigen Achtung und zur Zusammenarbeit" biete dabei der interreligiöse Dialog. Es gehe darum, Wege zu finden "wie die ethischen Werte der großen Religionen und Kulturen den Weg weisen können zum Frieden und Ausgleich" und wie verhindert werden könne, dass "Religion zur Förderung von Unversöhnlichkeit, Hass, Unterdrückung und Terror missbraucht wird", so Ferrero-Waldner.

In diesem Zusammenhang wies Ferrero-Waldner auch auf die langjährigen Bemühungen und Initiativen Österreichs in diesem Bereich hin. Bereits ihr Vorgänger Alois Mock habe sich sehr für den christlich-islamisch-jüdischen Dialog eingesetzt. Auf diese Erfahrungen aufbauend, habe Österreich aktiv am Dialog der Zivilisationen im Rahmen der Vereinten Nationen teilgenommen und wird am 3. Juni in Wien ein Expertenseminar mit Medienvertretern zum Thema "Dialog der Zivilisationen" durchführen.

Rückfragen & Kontakt:

Außenministerium
Presseabteilung
Tel.: (++43-1) 53 115-3262
Fax: (++43-1) 53666-213
abti3@bmaa.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MAA/MAA/OTS