10 Jahre Nachbar in Not - Hilfe mit langem Atem

Wien (29.5.2002 OTS) "Die Geschichte von Nachbar in Not ist eine Geschichte der Großherzigkeit. Über zehn Jahre lang haben die Österreicherinnen und Österreicher auf großartige Weise gezeigt, dass sie ihre Nachbarn nicht im Stich lassen und beim Helfen einen langen Atem haben", freut sich Caritas-Präsident Franz Küberl über das zehnjährige Jubiläum von "Nachbar in Not", der gemeinsamen Hilfsaktion von ORF, Caritas und Rotem Kreuz.

Von 1992 bis 2001 konnte die Caritas dank der Spenden von Nachbar
in Not 2.142 LKW's mit 43.000 Tonnen an Hilfsgütern in die Länder des ehemaligen Jugoslawien entsenden. Die Lieferung von Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Öl, Zucker und Teigwaren zunächst nach Bosnien-Herzegowina und Kroatien, später auch nach Albanien, Serbien und in den Kosovo war die erste Stufe der Hilfsmaßnahmen. Parallel dazu half die Caritas beim Wiederaufbau in den von den Balkankriegen zerstörten Regionen. "Zum Beispiel konnten wir mit dem Bau und der Reparatur von 2.800 Häusern im Kosovo mithelfen, ein Dach über dem Kopf für 20.000 Menschen zu schaffen", berichtet Franz Küberl. 18 Schulen und Kindergärten wurden renoviert und neu ausgestattet, vier Schulen neu errichtet. Allein die Caritas verteilte im Kosovo 180.000 Saatgutpakete für den Neubeginn in der Landwirtschaft. Mit einem von der Caritas abgewickelten Volumen von über 56,5 Millionen Euro (778 Mio. Schilling) ist Nachbar in Not die größte Hilfsaktion, an der sich die Caritas bis jetzt beteiligt hat. Über diese Aktion hinaus konnte die Caritas in dieser Region in den letzten zehn Jahren mit 39 Millionen Euro aus weiteren Spendenmitteln helfen.

Aber nicht nur die Zahlen rund um Nachbar in Not sind
beeindruckend, Franz Küberl ist vor allem fasziniert von der "Sogwirkung", die diese Hilfsaktion hervorgerufen hat: "Quer durch Österreich haben sich Hunderte Initiativen gebildet, die zum Teil heute noch ihre Nachbarn in Not unterstützen. Und nicht selten sind aus Nachbarn Freunde geworden." Diese Solidarität der ÖsterreicherInnen machte den Menschen in den Krisenregionen Mut, auch in existenzbedrohenden Situationen nicht aufzugeben. Nachbar in Not war außerdem Ausgangspunkt von "sozialen Erfindungen", wie die Aktion "Ein Dach über dem Kopf" und "Friedensdörfer", die auf Ideen des Caritas-Balkankoordinators Peter Quendler zurückgingen. "Dank des unglaublichen Geschicks von Peter Quendler ist es gelungen, dass Bosnier und Kroaten einander geholfen haben, in den 'Friedensdörfern' ihre zerstörten Häuser gemeinsam wieder aufzubauen", erinnert sich Küberl.

"Der zehnjährige Geburtstag ist kein Grund aufzuhören, sondern Motivation, eine gute Struktur von Nachbar in Not für die Zukunft zu finden, weil es auch künftig vorkommen kann, dass Nachbarn in Not geraten können und auf unsere Hilfe verwiesen sind", gibt Franz Küberl einen Ausblick auf eine mögliche Weiterentwicklung der Aktion. Die Caritas wird aber in jedem Fall ihre Arbeit in der von Kriegen heimgesuchten Region fortsetzen und versuchen, mit ihren Projekten zur Versöhnung der verschiedenen Ethnien beizutragen, und in den Aufbau der Landwirtschaft investieren.

Die Caritas dankt dem ORF, im besonderen Kurt Bergmann und Lore Schenk, und dem Partner Rotes Kreuz für die vorbildliche Zusammenarbeit, ohne die ein Projekt dieser Größenordnung nicht durchführbar gewesen wäre.

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