WGKK: Finazierungsprobleme der Krankenkasse 2002 weiter ungelöst

Generalversammlung beschließt Voranschlag 2002

Wien (OTS) - "Die Wiener Gebietskrankenkasse wird auch heuer keine ausreichende Geldmittelliquidität besitzen" erkärte Generaldirektor Dr. Rudolf Brenner anlässlich der heutigen Generalversammlung der Wiener Gebietskrankenkasse. "Berücksichtigt man die unterjährigen Schwankungen wird das Minus im Oktober des laufenden Jahres bis zu 200 Mio. Euro betragen. Die Situation der Wiener Gebietskrankenkasse hat sich also im Verhältnis zum Vorjahr kaum verändert, rein operativ betrachtet leider sogar ein wenig verschlechtert. Die Leistungen der WGKK können weiterhin nur mit Fremdmitteln finanziert werden."

Liquidität der Kasse nur mehr durch Fremdmittel gesichert

Die WGKK muß 2002 abermals mit einem bedeutenden Gebarungsabgang rechnen. Der voraussichtliche Verlust beträgt rund 51,8 Mio. Euro. Die nunmehr bereits 4 Jahre andauernde negative Serie von Ergebnissen verschärft die bereits bestehende Liquidationsschwäche nochmals erheblich. Abermals übersteigen die Aufwendungen die Erträge deutlich und zwar um 2,5 Prozent. Die Versicherungsleistungen sind im Jahr 2002 zu 80,9 Prozent durch Beiträge gedeckt, 2001 waren es noch 81,3 Prozent.

Die allgemeine Rücklage der WGKK wird im Jahr 2002 einen negativen Saldo von rund 103,3 Mio. Euro ausweisen. Die Leistungssicherungsrücklage - die gemäß den gesetzlichen Bestimmungen mit einem Zwölftel der Leistungsaufwendungen eines Jahres dotiert sein sollte - wird eine Unterdeckung von rund 169,3 Mio. Euro aufweisen.

Entwicklung markante Ausgabenpositionen

Die Summe der Versicherungsleistungen wird 2002 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent steigen.

Bei der Position Heilmittel konnten die WGKK durch verschiedene Maßnahmen die noch vor ein paar Jahren exorbitant hohen Steigerungsraten deutlich eindämmen. Der Anstieg betrug in den Jahren 2000 und 2001 im Schnitt 4,66 Prozent. Im Zuge der heuerigen Ärzteverhandlungen wurde für die Jahre 2002 - 2003 eine Zielvereinbarung abgeschlossen, der zufolge der Anstieg bei den Heilmittelkosten durch ökonomische Verschreibweise von 6 Prozent auf möglichst bis zu 3 Prozent gesenkt werden soll.

Die Aufwendungen für das Krankengeld werden aufgrund der durch den Gesetzgeber gesetzten Maßnahmen, darunter die Kürzung der Krankengaldbezugsdauer von 78 Wochen auf 52 Wochen, voraussichtlich um 3,9 Prozent sinken.

Die Verwaltungsaufwendungen sinken in Folge des konsequent weitergeführten Sparkurses der WGKK um 0,8 Prozent .

Die Position der außerordentlichen Aufwendungen wird um 54,2 Prozent steigen. Darin spiegelt sich der erhöhte Aufwand für Kreditzinsen wieder.

Entwicklung markante Einnahmenpositionen

Die Beitragseinnahmen werden 2002 lediglich um 2,2 Prozent steigen.

Besonders hervorzuheben ist die durch den Gesetzgeber eingeführte Pauschalabgeltung der Krankenversicherungsbeiträge für Arbeitslose ab dem Jahr 2002 auf Basis der Werte von 2001. Gemessen an der steigenden Arbeitslosenrate bedeutet dies Mindereinnahmen von rund 5 Mio. Euro.

"Von einer nachhaltigen Reform der Finanzierung der sozialen Krankenversicherung ist leider nach wie vor keine Spur" schloss der Obmann der WGKK Franz Bittner.

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