DER STANDARD-Bericht: "Forschung steht auf wackligen Finanzierungsbeinen Akademie vermisst Strategie" - Erscheinungstag 28.5.2002

Wien (ots) - Fehlende Strategie, mangelhafte finanzielle Abdeckung:
Um die außeruniversitäre Forschung ist es laut Werner Welzig, Präsident der Akademie der Wissenschaften, schlecht bestellt. Und das, obwohl die Regierung große Versprechen, von der Anhebung der Forschungsquote bis zum "Wissenszentrum Österreich", abgegeben habe. "Die Forschungsinitiative ist abgeblasen", stellt Welzig im Standard-Gespräch bitter fest.

Der Staat wünsche sich von der Akademie die Schaffung von Forschungseinrichtungen ähnlich den deutschen Max- Planck-Instituten. So ist etwa ein Institut für Quanteninformation mit Standorten in Wien und Innsbruck sowie eines für angewandte Mathematik in Linz geplant. Für Derartiges gebe es zwar gute Startsubventionen aus außerordentlichen Forschungsmitteln, jedoch keinerlei langfristigen Finanzierungsplan. "Das erzeugt eine Ruinenlandschaft in der Forschung. Wir haben keine Sicherheit, diese Institute auch zu halten. Entscheidend für den Forschungsstandort ist aber die Nachhaltigkeit." Rund 20 derartige Institute betreibt die Akademie derzeit. Ihr Gesamtbudget (ohne Drittmittel und Gelder des Rates für Forschung und Technologieentwicklung) - aus dem auch die Personalkosten der Forscher getragen werden müssen - ist seit dem Jahr 2000 eingefroren und damit de facto niedriger. Eine "ganz krisenhafte Situation", nennt das Welzig.

Derzeit wünscht sich der Germanist vor allem eines: Klarheit. Wobei er eine ernsthafte Strategie bei der Forschungsförderung nicht nur im außeruniversitären Bereich vermisst. So sei auch bei der Unireform eine inhaltliche Schwerpunktsetzung versäumt worden. Diese Mängel seien im Getöse rund um das Universitätsgesetz untergegangen.

Im Bildungsressort heißt es dazu, man werde im Budget 2003 prüfen, was die Akademie an Startfinanzierungen bekomme und was ins Betriebsbudget fließe.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 531 70/428

Der Standard

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST/PST