Korrektur: Pirklhuber: Molterer muß Pestizid-Reduktionsplan vorlegen

Statt Liberalisierung des Pflanzenschutzmittelimports Maßnahmen für Agrargifte-Reduktion setzen

***Im 2. Absatz muß es heißen "... als Umweltminister völlig unglaubwürdig" ***
Wien (OTS) "Notwendig ist ein österreichischer Plan zur Reduktion von Agrargiften und nicht die von Molterer geplante Libalisierung der Importe von Planzenschutzmitteln", so Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, vor der Novellierung des Pflanzenschutzmittelgesetzes im morgigen Landwirtschaftsausschuss. Aus einem soeben von der EU-Kommission herausgegebenen Report (SANCO/687/02 final) gehe hervor, daß von 932 in Österreich gezogen Proben (Obst, Gemüse, Getreide) 56 Proben (= 6 %) Pestizide über dem Grenzwert enthielten. Nur in 62 % der Proben konnten keine Pestizidrückstände gefunden werden.

"Molterer muß den vorliegenden Gesetzesentwurf grundsätzlich überarbeiten und die ernsthaften Bedenken von Umweltschutz-, Agrar-und Konsumentenschutzorganisationen berücksichtigen, sonst ist er als Umweltminister völlig unglaubwürdig", so Pirklhuber.

Zu einer massiven Interessenkollision komme es in diesem Zusammenhang auch bei der neulich eingerichteten Agentur für Ernährungssicherheit. "Das Bundesamt für Ernährungssicherheit soll mit dieser Novelle berechtigt werden, die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln durchzuführen. Da das Bundesamt sich de facto des Personals der Agentur für Ernährungssicherheit bedient, werden dieselben Fachkräfte sowohl für die Zulassung als auch für die Überwachung und Kontrolle zuständig sein", kritisiert Pirklhuber. Eine grundlegende Reform des gesamten agrarischen Betriebsmittelrechtes sei daher nötig. "Zulassung und Kontrolle müssen strikt getrennt werden, um Interessenskollisionen zu vermeiden", so Pirklhuber.

In der von Molterer vorgelegten Strategie für die Nachhaltigkeit werde eine massive Reduktion der Umweltbelastungen durch Pestzide und Düngemittel gefordert, verweist Pirklhuber. Der Einsatz der Pestizide habe aber seit der Einführung des ÖPUL (österr. Programm für eine umweltgerechte Landbewirtschaftung) 1995 nicht reduziert werden können. "Der letzte 'Grüne Bericht' aus dem Jahr 2001 spricht sogar davon, daß die Direktimporte durch Landwirte gestiegen seien und diese Importe in der Statistik nicht aufscheinen", so Pirklhuber.

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