Hausherr: Skandalöse Presseaussendung der AK zum Thema Führerschein

Österreichische Fahrschulausbildung ist internationales Erfolgskonzept

Wien (PWK365) - "Die Fahrschulen Österreichs wenden sich mit aller Schärfe gegen die von der Arbeiterkammer erhobenen Vorwürfe in der Presseaussendung vom 23. Mai 2002. Offensichtlich handelt es sich hierbei um eine politisch motivierte Wortmeldung, die voller Widersprüche und Unwahrheiten ist", stellte heute, Montag, der stellvertretende Obmann des Fachverbandes, Norbert Hausherr, klar. Die von der AK verwendete Argumentation habe nichts mit realem wirtschaftlichen Denken zu tun, sondern disqualifiziere sich durch die Wiedergabe von falschen Zahlen von selbst.

So spreche die AK bereits im ersten Absatz von Ausbildungskosten von bis zu 1.600 Euro für den B-Führerschein. In der als Argumentationsgrundlage verwendeten Tabelle findet sich jedoch keine Fahrschule mit diesem Preis. "Die Preiserhebung muss aber auch generell angezweifelt werden. Sowohl interne als auch Preiserhebungen der Österreichischen Gewerkschaftsjugend und der SPÖ kommen zu jeweils anderen Ergebnissen, als jene der gelisteten", betont Hausherr. In einem Vergleich mit dem Jahr 2000, lasse sich feststellen, dass die Ausbildungskosten im Wesentlichen unverändert geblieben sind. Es liegt daher die Vermutung nahe, dass entweder Führerscheinklassen verwechselt oder falsche Zahlen verwendet wurden.

"Lächerlich" sei der Vorwurf, dass die Fahrschulen ihre Preise erst bekannt geben, wenn sich ein Schüler angemeldet habe. Wie sonst ist es möglich, dass Mitarbeiter der AK Preise für Fahrschulkurse erfahren haben? Die Fahrschulbranche selbst hat ein einheitliches Tarifblatt entwickelt, das durch eine Verordnung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie für alle Fahrschulen verpflichtend wurde und gut sichtbar beim Betreten der Fahrschule angebracht werden müsse.

Deutlich werde die falsche Darstellung der Situation auch im Preisvergleich mit Bayern: Bayrische Durchschnittspreise werden mit Höchstpreisen der Stadt Salzburg und nicht mit Durchschnittspreisen in Österreich verglichen. Nirgendwo wird auf die unterschiedlichen sachlichen Voraussetzungen eingegangen, z.B. benötigen Österreichs Fahrschulen einen eigenen Übungsplatz, Computer-Arbeitsplätze, usw. Keine Erwähnung finden die unterschiedlichen, gesetzlich vorgegebenen Lehrpläne sowie die Zeitunterschiede der Fahrlektionen. In Deutschland dauert eine Fahrlektion generell 45 Minuten, dagegen sind in Österreich Fahrlektionen mit 50 Minuten Dauer durchaus üblich. Dieser Unterschied alleine rechtfertigt schon 10% Preisdifferenz. Ebenfalls unter den Tisch fallen lässt die AK die Tatsache, dass ein bayrischer Schüler im Durchschnitt 35 Fahrstunden konsumieren muss, woraus Kosten von etwa EUR 1.730,-- für eine B-Ausbildung entstehen -also deutlich mehr als in Österreich. Eine Schweizer Studie stellt zudem eindeutig klar, dass im Vergleich der Länder Schweiz, Deutschland und Österreich die Fahrausbildungskosten in Österreich am günstigsten sind.

Auf ähnlichem Niveau argumentiert die AK seit Jahren beim Fahrlehrerausweis, der einen Fahrlehrer nicht wie fälschlicherweise behauptet, zu einem "Leibeigenen" mache. "Wir sprechen hier von normalen Angestellten mit Rechten und Pflichten, wie sie im Arbeiter-und Angestelltengesetz und im Kollektivvertrag verankert sind", so Hausherr. Die Vorgaben seien klar: Durch die Absolvierung der vorgeschriebenen Ausbildung und der nachfolgenden Prüfung, erhält der Fahrlehrer einen Bescheid, der die Berechtigung darstellt, als Fahrlehrer tätig zu sein. Die Fahrschule muss für jeden Fahrlehrer, den sie beschäftigt, einen Fahrlehrerausweis beantragen. Kündigt ein Fahrlehrer, muss er den Fahrlehrerausweis (= Firmenausweis) abgeben, behält aber natürlich seine Berechtigung, als Fahrlehrer tätig zu sein.

Sachlich wie fachlich vollkommen unrichtig ist die Behauptung, dass in Deutschland grundsätzlich mehr Wert auf die Praxisschulung gelegt werde und es in Deutschland eine bessere Ausbildung zu einem günstigeren Preis gebe. "Richtig ist vielmehr, dass auch von Deutschland die computerunterstützte Theorieprüfung in Österreich als um vieles besser als die deutschen Fragebögen anerkannt wird. Die L17-Ausbildung - mittlerweile ein europaweit anerkanntes Erfolgskonzept - wurde vom Fachverband der Fahrschulen entwickelt und setzt auf einen deutlich höheren Praxisanteil als die Ausbildung in Deutschland. Andere Länder, darunter auch Deutschland überlegen derzeit ähnliche Modelle. Und: Das Konzept der Mehrphasenausbildung, das der Fachverband der Fahrschulen gemeinsam mit dem KfV, dem ÖAMTC und dem ARBÖ entwickelt hat, brachte größte Anerkennung seitens der Europäischen Kommission. Die von der AK kritisierten Reformen sind für uns nicht ersichtlich weil wir am Puls der Zeit sind", schloss Hausherr. (us)

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