ARBÖ: Vizekanzlerin Riess-Passer vergisst auf Kilometergeld-Erhöhung

Kfz-Versicherungen, Spritpreise & Autokosten steigen - nur das Kilometergeld nicht

Wien (ARBÖ) - Die Kfz-Haftpflicht - und Kaskoversicherungen, die Treibstoffpreise, die Autobetriebskosten, Steuern und Abgaben sowie der Pkw-Index steigen deutlich an, nur das amtliche Kilometergeld bleibt zum Nachteil der Kraftfahrer auf dem Niveau des Jahres 1996 stehen, kritisiert der ARBÖ.

Da die Bundesregierung die Erhebung des für die Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes wichtigen Pkw-Index mit Jahresbeginn 2001 eingestellt hat, haben die Bundesarbeitskammer, ARBÖ, ÖAMTC, Gewerkschaft öffentlicher Dienst und die Wirtschaftskammer einen Auftrag an Statistik Austria gegeben, einen an die Tradition vor dem Jahr 2000 anknüpfenden, entsprechend vergleichbaren Index erstellen zu lassen. Den Auftraggebern ist es damit gelungen eine Grundlage von einer unabhängigen und fachlich unanfechtbaren Institution errechnen zu lassen. Dadurch ist die für das amtliche Kilometergeld wichtige monatliche statistische Grundlage und auch deren Veröffentlichung wieder vorhanden.

Eine genaue Analyse der Pkw-Index-Zahlen für 2001 und 2002 - im April lag der Pkw-Index bei 103,9 Prozent - lässt nach Meinung des ARBÖ deutlich erkennen, dass die Bundesregierung längst eine Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes auf EUR 0,392 (ATS 5,40) durchführen hätte müssen. Die 7-Prozent-Anpassungsklausel, bei der das Kilometergeld bisher noch von jeder Bundesregierung erhöht wurde, ist allem Anschein nach in Vergessenheit geraten.

Forderungen von Arbeiterkammer und Kraftfahrerorganisationen nach einer Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes sind den zuständigen Verantwortlichen längst bekannt. Faktum ist, dass die Bundesregierung seit Mai 2000 die berechtigten Forderungen der Kraftfahrer ignoriert und keine Argumente für diese Verzögerung besitzt.

Aus Sicht des ARBÖ besteht daher rascher Handlungsbedarf, dass den Kraftfahrern die überdurchschnittlich gestiegenen Kfz-Kosten auch ersetzt werden. Von jeder Bundesregierung erwartet der ARBÖ daher ein faires Vorgehen. Die Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes von EUR 0,356 (ATS 4,90) auf EUR 0,392 (ATS 5,40) wäre umgehend vorzunehmen.

Kilometergeld in Euro:

derzeit ARBÖ-Forderung
Personenwagen EUR 0,356 (ATS 4,90) EUR 0,392 (ATS 5,40) Motorräder > 250 ccm EUR 0,201 (ATS 2,76) EUR 0,226 (ATS 3,11)
Motorräder < 250 ccm EUR 0,113 (ATS 1,56) EUR 0,126 (ATS 1,73)
Beifahrer EUR 0,043 (ATS 0,59) EUR 0,048 (ATS 0,66)

Laut Reisegebührenvorschrift kann für die Verwendung eines arbeitnehmereigenen Kraftfahrzeuges das amtliche Kilometergeld zur Vermeidung zusätzlicher Administration bei den Finanzämtern bei der Lohnverrechnung auf volle Cent gerundet werden. Zum Beispiel beträgt der steuerfreie Kostenersatz pro Kilometer dann EUR 0,36. Die Rundungsmöglichkeit gilt aber nicht für die Geltendmachung von Werbungskosten. Hier muss der Euro-Wert mit drei Kommastellen angeführt werden (EUR 0,356), so der ARBÖ abschließend.

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