KfV: Tempo 30 als Maßnahme - nicht als Schikane

Mehr Schutz für die Schwächsten im Straßenverkehr! Gerade im Sommer tummeln sich auf Österreichs Straßen viele Fahrradfahrer und Fußgänger - vor allem Kinder. Um deren Sicherheit zu gewährleisten, mahnt das KfV: Geschwindigkeit drosseln

Wein (OTS) - Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen im österreichischen Straßenverkehr.

60% der Unfälle im Ortsgebiet

Wenn man einen Blick auf die Unfallbilanz des Vorjahres macht, erkennt man zwar, dass es weniger Verkehrstote als im Jahr zuvor gegeben hat, jedoch hat sich die Anzahl der Unfälle und der Verletzten erhöht. 60% der Unfälle ereignen sich allein im Ortsgebiet.

Im Jahr 2001 wurden im Ortsgebiet rund 216 Menschen getötet, davon waren 32% Fußgänger und 12% Fahrradfahrer.

"Um den Bewegungsraum für Fußgänger und Radfahrer zu vergrößern und schwachen Verkehrsteilnehmern, wie Kindern, Pensionisten und behinderten Personen eine bessere Integration in das gesamte Verkehrssystem zu gewährleisten, ist die Tempo 30-Zone eine wichtige Maßnahme", befürwortet Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

KfV: Vorteile von Tempo 30

Neben der Reduktion der Unfälle mit Personenschaden und der Verletzungsschwere - aufgrund des kürzeren Anhaltewegs und der niedrigen Anprallgeschwindigkeit - bringt die Tempo 30-Zone noch weitere Vorteile mit sich:

Aufgrund des breiteren Blickfeldes erfolgt die Wahrnehmung von unvorhergesehenen Ereignissen weitaus früher.

Kein Verkehrssicherheitskriterium, aber ein Vorteil für unsere Umwelt, ist die Verbesserung des Wohnumfeldes, sowie der Lebens-, Erholungs- und Wohnqualität. Bei gleichmäßiger Fahrweise werden weniger Abgase produziert und es kommt zu geringer Lärmbelästigung. Außerdem wird der Durchgangsverkehr auf dafür vorgesehene Straßen verdrängt.

Dr. Thann ermahnt Missachter der 30-er Beschränkung: " Halten Sie sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit um die soziale Funktion der Straße - den Kommunikationsraum - zurückzugewinnen. Den Gemeinden lege ich folgendes ans Herz: Gestalten Sie den Straßenraum von Tempo 30-Zonen als Lebensraum, dann wird jeder Kfz-Lenker das verringerte Tempolimit auch gerne akzeptieren."

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 7 Todesopfer in der vergangenen Woche (ohne Pfingstmontag), davon 5 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 6 PKW-Insassen (davon 6 Lenker) und 1 Radfahrer ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (3), Vorrangverletzung (1), Unachtsamkeit (1) und Herzversagen (1) festgestellt werden. Bei einem Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 1 Radfahrer kam durch Fremdverschulden ums Leben. 3 der 7 Verkehrsunfälle waren sogenannte "Alleinunfälle". 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis zum 26. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 297 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung bis Ende März berücksichtigt), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 321 Menschen tödlich.

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