• 27.05.2002, 11:53:10
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KfV: Tempo 30 als Maßnahme - nicht als Schikane

Mehr Schutz für die Schwächsten im Straßenverkehr! Gerade im Sommer tummeln sich auf Österreichs Straßen viele Fahrradfahrer und Fußgänger - vor allem Kinder. Um deren Sicherheit zu gewährleisten, mahnt das KfV: Geschwindigkeit drosseln

Wein (OTS) - Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der
Hauptunfallursachen im österreichischen Straßenverkehr.

60% der Unfälle im Ortsgebiet

Wenn man einen Blick auf die Unfallbilanz des Vorjahres macht,
erkennt man zwar, dass es weniger Verkehrstote als im Jahr zuvor
gegeben hat, jedoch hat sich die Anzahl der Unfälle und der
Verletzten erhöht. 60% der Unfälle ereignen sich allein im
Ortsgebiet.

Im Jahr 2001 wurden im Ortsgebiet rund 216 Menschen getötet, davon
waren 32% Fußgänger und 12% Fahrradfahrer.

"Um den Bewegungsraum für Fußgänger und Radfahrer zu vergrößern
und schwachen Verkehrsteilnehmern, wie Kindern, Pensionisten und
behinderten Personen eine bessere Integration in das gesamte
Verkehrssystem zu gewährleisten, ist die Tempo 30-Zone eine wichtige
Maßnahme", befürwortet Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für
Verkehrssicherheit (KfV).

KfV: Vorteile von Tempo 30

Neben der Reduktion der Unfälle mit Personenschaden und der
Verletzungsschwere - aufgrund des kürzeren Anhaltewegs und der
niedrigen Anprallgeschwindigkeit - bringt die Tempo 30-Zone noch
weitere Vorteile mit sich:

Aufgrund des breiteren Blickfeldes erfolgt die Wahrnehmung von
unvorhergesehenen Ereignissen weitaus früher.

Kein Verkehrssicherheitskriterium, aber ein Vorteil für unsere
Umwelt, ist die Verbesserung des Wohnumfeldes, sowie der Lebens-,
Erholungs- und Wohnqualität. Bei gleichmäßiger Fahrweise werden
weniger Abgase produziert und es kommt zu geringer Lärmbelästigung.
Außerdem wird der Durchgangsverkehr auf dafür vorgesehene Straßen
verdrängt.

Dr. Thann ermahnt Missachter der 30-er Beschränkung: " Halten Sie
sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit um die soziale
Funktion der Straße - den Kommunikationsraum - zurückzugewinnen. Den
Gemeinden lege ich folgendes ans Herz: Gestalten Sie den Straßenraum
von Tempo 30-Zonen als Lebensraum, dann wird jeder Kfz-Lenker das
verringerte Tempolimit auch gerne akzeptieren."

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 7 Todesopfer in der vergangenen
Woche (ohne Pfingstmontag), davon 5 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche
verloren 6 PKW-Insassen (davon 6 Lenker) und 1 Radfahrer ihr Leben.
Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle
mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (3), Vorrangverletzung
(1), Unachtsamkeit (1) und Herzversagen (1) festgestellt werden. Bei
einem Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt
werden. 1 Radfahrer kam durch Fremdverschulden ums Leben. 3 der 7
Verkehrsunfälle waren sogenannte "Alleinunfälle". 1 tödlich
verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis
zum 26. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen
Straßennetz vorläufig 297 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung bis
Ende März berücksichtigt), im Vergleichszeitraum des Vorjahres
verunglückten nach endgültigen Zahlen 321 Menschen tödlich.

Rückfragehinweis: Kuratorium für Verkehrssicherheit

Pressestelle
Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (++43-1) 71 770/225
http://www.kfv.at

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