- 27.05.2002, 11:22:46
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Dübel-Fischer: Jede Erfindung muss anderen nützen
Stuttgart (OTS) - Artur Fischer, einer der erfolgreichsten
Erfinder, erzählt in Reader's Digest von seiner fehlgeschlagenen
Pilotenausbildung und über die mangelnde Phantasie der Jugend heute
Er ist der Erfinder des Dübels und der Vater des Blitzwürfels, er
hat spezielle Kleiderbügel für Dessous ausgedacht und einen
elektrischen Webstuhlschalter entwickelt. Nun zieht Artur Fischer,
einer der erfolgreichsten Tüftler Deutschlands mit Wohnsitz im
Schwarzwald, eine Art Lebensbilanz. "Wenn Sie bei jeder Entwicklung
anfangen zu rechnen, was Sie damit verdienen, dann können Sie gleich
aufhören", sagt der Unternehmer in einem Gespräch mit dem Magazin
Reader's Digest (Juni-Ausgabe).
Was Fischer erreicht hat, ist rekordverdächtig: 1000 Erfindungen
und über 5000 Patente gehen weltweit auf sein Konto. Und noch immer
steckt bei ihm das Kind im Manne, sprüht der 82-Jährige vor
unbändiger Energie. "Wir leben in einem Land, das keine Rohstoffe
hat, aber Köpfe", sagt Fischer: "Am größten ist die Kreativität bei
Kindern. Denen muss man eine Chance geben, sie auszuleben." In dem
Appell des erfolgreichen Tüftlers, dessen Unternehmensgruppe mit Sitz
in Waldachtal-Tumlingen mittlerweile weltweit 3300 Mitarbeiter
beschäftigt, schwingt ein Hauch von Resignation mit. Fischer vermisst
die Phantasie in der Freizeitgestaltung der Kinder. "Früher sind wir
mit Stangen über den Bach gesprungen, aber die Stangen waren zu kurz,
also sind wir reingefallen. Da habe ich gelernt, dass die Stange
länger sein muss", berichtet er aus seiner Jugendzeit. "Heute springt
kein Kind mehr über den Bach. Und wenn es ein Fahrzeug will, wird ein
Bobbycar gekauft. Fertigspielzeuge können sehr schön sein, aber sie
unterlaufen die Kreativität."
Folgerichtig hat Artur Fischer, der als Sohn des Dorfschneiders
von Tumlingen zur Welt kam, in seiner Karriere als Unternehmer von
den Kindern stets eigene Ideen verlangt. Bestes Beispiel: seine
Erfindung Fischertechnik. Zwar brachten die kleinen grauen Quader mit
der Kerbe in der Mitte, die sich zu technischen Gebilden
zusammensetzen lassen, dem Unternehmen nie große Gewinne. Fischer
hielt aber trotzdem an der Produktion des Spielzeugs fest. Seine
Begründung: Bei Fischertechnik sind die Kinder in ihrer Phantasie
gefordert, und nichts sei wichtiger als das Erfolgserlebnis nach dem
Motto "Guck mal, Mama, das hab' ich gemacht". Für Fischer steht denn
auch fest, dass spielende Kinder "der Boden für unsere Zukunft sind.
Das setzt sich um in Leistung und damit in Arbeitsplätze."
Dabei musste sich der Sohn gläubiger Eltern seinen Erfolg selbst
hart erarbeiten. In Stuttgart absolviert er eine Lehre als
Kunstschlosser, nachdem er eine Anzeige gelesen hatte, ein Betrieb
suche "einen fleißigen Lehrbuben aus christlicher Familie". Später
wechselt er zur Luftwaffe, will fliegen. Der Haken: Fischer ist zu
klein. Sein Vorteil: Er kann reden. Irgendwann werden die eineinhalb
Zentimeter ignoriert, die ihm zum Mindestpilotenmaß fehlen. Fischers
Pech: Während der Ausbildung wird er mit einer Brille erwischt. Damit
ist der Traum, Pilot zu werden, ausgeträumt. Also wird der junge Mann
eben Techniker. Eine Entscheidung, die sich später als goldrichtig
herausstellt, zumal in ihm der Erfindergeist erwacht. In den Wirren
der letzten Kriegstage sind Streichhölzer knapp, aber Strom gibt es
und Heizdraht auch. So entwickelt Artur Fischer den Glühanzünder.
1948 gründet er sein Unternehmen. Und als im selben Jahr seine
Tochter Margot auf die Welt kommt, der Vater bei den Erinnerungsfotos
aber bemerkt, wie schwer sich die Fotografin damit tut, Kamera und
Blitz gleichzeitig auszulösen, deutet sich bereits die nächste
Erfindung an. Der Tüftler legt los, ein Jahr später ist der
Synchronblitz fertig. Das wird der Beginn der Erfolgsstory, in deren
Mittelpunkt längst die Produktion von täglich sieben Millionen Dübeln
für Profi- und Hobby-Handwerker steht. Auch zu dieser Erfindung passt
sein Lebensmotto: "Anfangs geht es nur um die Idee", sagt Fischer,
aber: "Es muss klar sein, dass das, was man macht, anderen nützt."
Für nähere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen
wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juni-Ausgabe von Reader's Digest
ist ab dem 27. Mai 2002 an zentralen Kiosken erhältlich.
Pressemitteilung zum Download:
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Magazin Reader's Digest)
ots Originaltext: Reader's Digest Deutschland
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