GSV zur Entscheidung über die elektronische Maut: "Weg zu Mehrwertdiensten wurde verbaut"

Wien (OTS) - Die Verkehrspolitik habe es unterlassen, durch die Vorgabe entsprechender Rahmenbedingungen die Ausschreibung für ein elektronisches Lkw-Mautsystem technologisch auf zukunftssichere Lösungen zu fokussieren, kritisiert die Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV). Durch die Entscheidung für die Mikrowellen-Technologie und gegen eine Systemkombination von digitalem Mobilfunk und satellitengestützter Positionsbestimmung sei die Möglichkeit der Anbindung einer Vielzahl von Mehrwertdiensten verbaut worden. Die ASFINAG habe letztlich nur eine Technologie ausgewählt, mit der das für sie relevante Ziel - die elektronische Mauteinhebung - absehbar erreicht werden könne.

GSM und GPS (Global Positioning System) seien die Basistechnologien für modernes Road Pricing und würden in den nächsten Jahren durch Entwicklungssprünge weiter optimiert werden: So stehe beim Mobilfunk neben GPRS die UMTS-Technologie in den Startlöchern und das künftige europäische Satellitennavigationssystem "GALILEO" werde leistungsfähiger und zuverlässiger als das von den USA betriebe GPS sein.
Die Verknüpfung von Road Pricing mit Location Based Services (LBS) ermögliche laut GSV eine Vielzahl von Mehrwertdiensten in den Bereichen Verkehrstelematik (Verkehrsmanagement und Verkehrsinformation) sowie e-Logistics.

Dazu zählten etwa die präzise Messung der gefahrenen Kilometer, Flottenmanagement durch Positionsbestimmung, Zugang zu Datenquellen am Lkw (z.B. Temperaturüberwachung bei Kühltransporten), automatische Transportwegoptimierung und Routengenerierung, Statusmeldungen vom Fahrer und Zugriffe auf aktuelle Verkehrsinformationen via SMS und WAP.

Mit diesen Zusatzdiensten wäre auch ein beträchtlicher volkswirtschaftlicher Effekt verbunden, da durch eine verbesserte Verkehrssteuerung und Transportoptimierung die Transportzeiten verringert würden. Gleichzeitig reduzierte sich der Lkw-Verkehr. Damit trage das System zur Vermeidung von Verkehrsstaus und zur Verbesserung der Umweltsituation bei. Auch ein Diebstahlalarm könne integriert werden.

Alle diese Möglichkeiten ließen sich mit einem isolierten Mikrowellensystem nicht realisieren.

Das Verkehrsministerium habe im Vorjahr mit Getöse die "Verkehrstelematik-Offensive 2002 plus" ausgerufen und der Verkehrsminister habe erst jüngst davon gesprochen, dass die österreichische Wirtschaft von "GALILEO" "enorm profitieren" werde. Die Praxis weiche von diesen Ankündigungen deutlich ab, hebt die GSV abschließend hervor.

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