Mikl-Leitner: Familienhospiz ist Meilenstein in der Sozialpolitik

Würdevolles Sterben ist Grundrecht jedes Menschen

St. Pölten (NÖI) - Im Nationalrat wurde in der vergangenen Woche die "Familienhospizkarenz" beschlossen. Damit ist ein Meilenstein in der österreichischen Sozialpolitik gesetzt worden. Diese nun getroffene Lösung ermöglicht es Menschen, ihren Lieben eine menschenwürdige Sterbebegleitung zukommen zu lassen. Auch Eltern, die ein schwerkrankes Kind zu Hause haben, werden mit der arbeits- und sozialrechtlichen Regelung, zumindest in ihrer Existenz abgesichert. Das menschliche Leid kann ihnen durch eine noch so gute gesetzliche Bestimmung nicht abgenommen werden. Es ist aber die Aufgabe der Politik, diese Menschen, soweit es möglich ist, unter die Arme zu greifen. Damit ist Österreich zum Vorreiterland geworden und erteilt der aktiven Sterbehilfe, wie es sie in den Niederlanden und Belgien gibt, eine klare Absage, erklärt LGF NR Mag. Johanna Mikl-Leitner. ****

In Niederösterreich ist in den letzten Jahren ein immer tragfähigeres Netz mit derzeit mit 15 regionalen Hospizinitiativen, vier stationären Hospizen in den Pflegeheimen Melk, Tulln, Wiener Neustadt und Horn und vier Pilotprojekten in den Krankenhäusern Waidhofen/Thaya, Scheibbs, Gmünd und Lilienfeld geschaffen worden. Die nunmehr seitens des Bundes in die Wege geleitete Familienhospiz-Karenz war ein unabdingbarer Schritt. So wird ab 1. Juli die Person, die einen Sterbenden pflegt einen Rechtsanspruch auf Herabsetzung oder Veränderung ihrer Normalarbeitszeit erhalten. Teilzeitarbeit ist dabei ebenso möglich wie eine Vollkarenzierung des Arbeitsverhältnisses. Diese Maßnahmen können drei Monate dauern, wobei pro Anlassfall eine Verlängerungsmöglichkeit bis zu insgesamt sechs Monaten besteht. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind während der Sterbebegleitung kündigungs- und entlassungsgeschützt. Im Fall einer Vollkarenz wird auch für die sozialversicherungsrechtliche Absicherung gesorgt. Die Weiterversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung wird durch die öffentliche Hand übernommen, so Mikl-Leitner zu den Eckpunkten des Beschlusses.

Die Familienhospizkarenz ist um so wichtiger, als wir wissen, dass 85% der Österreicher zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung sterben wollen. Bis 2030 ist zudem ein Anwachsen der Zahl betreuungsbedürftiger Personen in Österreich und auch in Niederösterreich um beinahe 50% zu erwarten. "Mit der Familienhospizkarenz wird also auch der Solidarität zwischen den Generationen gefördert und das Recht auf Familie und Gemeinschaft auch am Ende eines Menschenlebens gewährleistet. Menschen, die die Betreuung eines sterbenden Angehörigen oder eines schwer erkrankten Kindes übernehmen, bedürfen einer bestmöglichen Unterstützung. Diese Menschen sind zumeist berufstätig und damit einer enormen Doppelbelastung ausgesetzt. Mit einer klaren arbeits- und sozialrechtlichen Absicherung kann daher ein Teil dieser Last abgedeckt werden, betont Mikl-Leitner.

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