Keine Angst vor Prüfungsstress

Wien (OTS) - Der Selbstmord eines zehnjährigen Mädchens in der Steiermark nach einer verpatzten Mathematik-Schularbeit hat dieser Tage auf drastische Art und Weise ein Thema in den Vordergrund gerückt, das immer wieder vor der Zeugnisverteilung aktuell wird: Die Angst von Schülern vor dem Versagen. Prüfungen werden zu scheinbar unüberwindbaren Hürden.

"Der richtige Umgang mit Prüfungsstress stellt nicht nur an die Schüler, sondern auch an die Eltern große Herausforderungen. Die Kinder müssen die Prüfung zwar selbst bewältigen. Die Eltern können aber mit Rat und Tat zur Seite stehen und vor allem aber ihren Kindern klar machen, dass ihre Liebe nicht von Noten und Prüfungsergebnissen abhängt und wegen einer verpatzten Prüfung die Welt nicht untergeht", sagt Mag. Andrea Lehner vom Österreichischen Roten Kreuz.

Der Stress kann zum Verbündeten oder zum Feind werden. Zu viel Lernstoff, zu wenig Zeit, zu hoher Erwartungsdruck und daher die Angst, bei der Prüfung zu versagen, erzeugt negativen Stress, so genannten Distress. Das Kind fühlt sich überfordert. Eustress hingegen ermöglicht es, seine Kräfte zu mobilisieren und so die Situation zu meistern. Lernerfolge bei der Vorbereitung können Angst sogar in Euphorie umwandeln. Der Umgang mit dem Stress ist wichtig. Es kommt auf die richtige Vorbereitung, das richtige Lernen und die Gewissheit an, dass eine Prüfung nicht das "Jüngste Gericht" bedeutet.

Mit Methode lässt sich jede Aufgabe leichter erledigen. Lehner: "Das beginnt bei der Planung: den Lernstoff in kleine Schritte zerlegen, rechtzeitig mit dem Lernen beginnen, den Tag so einteilen, dass Zeit für Entspannung bleibt und Lernerfolge belohnen. Zum Lernen selbst sind Fragen wichtig, die zum Beispiel das 'Wie', also laut, leise, schriftlich, mündlich, das 'Wo', das 'Wann' oder das ‚Wie viel' klären. Auch das richtige Verhalten bei Prüfungen ist erlernbar. Dazu gibt es Tipps von Profis und Beratungsstellen. Auch das Österreichische Jugendrotkreuz hilft gerne weiter."

Auf Entspannung und Erholung sollte beim Lernen nicht vergessen werden. Es ist wichtig, um wieder neue Kräfte zu sammeln. Vom autogenen Training über Spaziergänge und Musik bis hin zu einer kurzen Schlafpause ist alles möglich. Ein wichtiger Aspekt ist auch, sich schon vor der Prüfung Gedanken darüber zu machen, was passieren kann. Lehner: "Auch wenn die Prüfung nicht geschafft wird, bricht die Welt nicht zusammen. Wissen allein macht einen Menschen nicht aus. Sein wahrer Wert geht weit darüber hinaus."

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