Zu Leitl: Verzetnitsch ist zu Gesprächen über Lehrlingsausbildung bereit

Problembewusstsein der WKÖ erster Schritt in Richtung Lösung

Wien (ÖGB). Als positiven Schritt in die richtige Richtung bewertet ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, dass der Präsident der WKÖ Christoph Leitl ebenso wie der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer Walter Nettig das Problem des akuten Lehrstellenmangels offen ansprechen. "Das Problem zu lokalisieren ist ein guter Anfang, um gemeinsam Lösungen finden zu können. Jetzt geht es darum, rasch auf Sozialpartnerebene gemeinsame Programme für lehrstellensuchende Jugendliche zu entwickeln", erklärt Verzetnitsch.++++

Ziel müsse es sein, so der ÖGB-Präsident, Jugendliche nicht nur in kurzfristige Kurse zu stecken, sondern ihnen eine langfristige Perspektive zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu eröffnen. "Eine arbeits- und sozialrechtliche Absicherung mit einer entsprechenden Bezahlung, um sich das Leben finanzieren zu können, sind für uns als Gewerkschaft dabei unverzichtbare Bestandteile", so Verzetnitsch.

Bei den Betroffenen handelt es sich nicht nur um 3.239 Jugendliche, die sofort eine Lehrstelle suchen, sondern auch um zusätzlich 9.579 Jugendliche, die sich ebenso für einen Ausbildungsplatz interessieren. "Das Problem ist also weit größer, als angenommen und verstärkt sich noch um jene jungen Menschen, die vom Repetierverbot, welches mit Ende dieses Schuljahres wirksam wird, betroffen sind", so der ÖGB-Präsident. Denn sollte Ministerin Gehrer die Möglichkeit mit mehr als drei Nicht-Genügend im Abschlusszeugnis der ersten Klasse einer berufsbildenden höheren Schule die Klasse wiederholen zu dürfen, nicht weiter einräumen, werden zusätzlich 2.000 bis 4.000 Jugendliche auf den Lehrstellenmarkt drängen.

"Die politisch Verantwortlichen sind aufgefordert, den Jugendlichen eine Perspektive mit Zukunft zu eröffnen und die dafür notwendigen finanziellen Mittel in ausreichendem Maß zur Verfügung zu stellen", so Verzetnitsch abschließend.(aw)

ÖGB, 26. Mai 2002 Nr. 472

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