Verzetnitsch: Stress und Flexibilität sind die neuen Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz

Neben klassischen Belastungen zunehmend Folgen der Computerarbeit spürbar

Wien (ÖGB). "Erhöhter Stress und Flexibilität sind, neben physikalischen Risikofaktoren, bereits die Hauptursachen für Gesundheitsprobleme bei der Arbeit." Das erklärte Fritz Verzetnitsch, Präsident des Österreichischen und Europäischen Gewerkschaftbundes, heute, Sonntag, anlässlich der Begrüßung zum XVI. Weltkongress für Gesundheit und Sicherheit. Die Gewerkschaften würden sich aktiv an der Bewältigung der neuen Gefahren beteiligen, so Verzetnitsch, der auf das neue österreichische ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verwies. "Das Gesetz ermöglicht nun auch den Einsatz von ArbeitspsychologInnen im Betrieb. Damit können zusätzliche Risikofaktoren wie Stress und mehr Eigenverantwortung entschärft werden, so der ÖGB-Präsident.++++

Bereits jetzt arbeiten mehr als 40 Prozent der europäischen ArbeitnehmerInnen am Computer, in Zukunft werden es noch mehr werden. Dadurch ändern sich nicht nur die Anforderungen, sondern auch die Belastungen am Arbeitsplatz. "Die Gewerkschaften sind international bemüht, hier Lösungsansätze für die Probleme der Zukunft zu erarbeiten. Ein Schritt dazu ist das Meeting von GewerkschaftsvertreterInnen aus aller Welt am vierten Tag dieses Kongresses, bei dem es um neue Strategien zur Reduktion der Belastungen gehen wird", so Verzetnitsch.

Der ÖGB-Präsident verwies auch auf das erfolgreiche Sozialpartnerprojekt zur Gefahrenevaluierung und Entwicklung von Gesundheitsmanagementsystemen. Die Ergebnisse des Projektes werden am Kongress beim Ausstellungsstand der österreichischen Sozialpartner "eval.at" und im Internet präsentiert.

"Weltweit nimmt die Zahl der Arbeitsunfälle zu, in Österreich sinkt sie. Auch wenn die österreichischen Erfahrungen eines erfolgreichen ArbeitnehmerInnenschutzes nicht eins zu eins von jedem Land übernommen werden können, so stellen sie vielleicht doch eine Richtschnur dar, wie ArbeitnehmerInnenschutz partnerschaftlich umgesetzt werden kann. Denn vorbeugender ArbeitnehmerInnenschutz ist die beste Garantie für eine sichere Arbeitswelt", schloss Verzetnitsch.(tb)

ÖGB, 26. Mai 2002 Nr. 471

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Martina Fassler-Ristic
Tel.: 01/534 44-480
Fax: 01/533 52 93

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB