Maier: Reiseversicherer diskriminieren psychisch Kranke

Handlungsbedarf für Böhmdorfer und Grasser

Wien (SK) In den Konsumentenberatungen der Arbeiterkammern häufen sich Fälle, in denen Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, von der Reise-Stornoversicherung ausgeschlossen sind. "Das ist diskriminierend und sachlich in keinster Weise gerechtfertigt", bekräftigte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Den Betroffenen werde von den Reiseversicherern unterstellt, "dass diese ihr Leiden nur als Vorwand für Reisestornierungen benützen", so Maier, der in parlamentarischen Anfragen an Justizminister Böhmdorfer und Finanzminister Grasser wissen will, was diese von den Praktiken der Versicherer halten bzw. was sie dagegen unternehmen wollen. Für den SPÖ-Abgeordneten sei es nicht hinzunehmen, dass plötzlich auftretende psychische Erkrankungen nicht als Stornogrund anerkannt werden. Maiers Rat: "KonsumentInnen, die bereits an einer diagnostizierten psychischen Erkrankung leiden, sollten sich die Versicherungsbedingungen genau ansehen und nach Möglichkeit unter Vorlage von Attesten Sonderbedingungen abschließen." ****

Als Beispiel nannte der SPÖ-Abgeordnete den Fall einer Familie T., deren Sohn nach dessen Matura und wenige Tage vor Antritt einer gemeinsamen Reise einen Nervenzusammenbruch erlitt und in Folge fünf Wochen stationär behandelt werden musste. Aus ärztlicher Sicht war die Anwesenheit der Eltern absolut notwendig. Obwohl diese eine Stornoversicherung für die Reise abgeschlossen hatten, weigerte sich der Versicherer, die Stornokosten zu übernehmen, da die Erkrankung des Sohnes psychischer Natur war. Erst nach intensiver Unterstützung durch die AK Salzburg zeigte sich der Versicherungskonzern bereit, die Stornokosten von 812,77 Euro zu übernehmen.

Reise-Stornos seien laut Maier jedoch keineswegs der einzige Bereich, in denen Versicherungen zwischen körperlichen und psychischen Erkrankungen unterscheiden. "Die konsequent ablehnende Haltung von Versicherern gegenüber psychisch Kranken widerspiegelt sich auch in Zusatzversicherungs-Verträgen. Hier wird die Behandlung von psychischen Erkrankungen in psychiatrischen Kliniken ausgeschlossen, und es ist zumeist zähes Verhandeln notwendig, um auf dem Kulanzweg einen Teil der erwachsenden Kosten ersetzt zu bekommen", so Maier. Abschließend bekräftigte der SPÖ-Abgeordnete, dass die Minister Grasser und Böhmdorfer dringenden Handlungsbedarf hätten, "um diesen völlig ungerechtfertigten Missstand so rasch wie möglich zu beseitigen". (Schluss) nf

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